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Zion · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. Seite 36

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Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 36 (sequence 14)
Language
German
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Seite 36 Z I 0 N Nr. 3 zwangen, gemeinsam mit dem Eltern-Komite* der Schule die Sache persönlich in Jerusalem vor der zionistischen Leitung zu verteidigen. Unterdessen hatte auch eine allgemeine Elternversammlung stattgefunden, die in geheimer Abstimmung sich mit der Mehrheit von 92" „ gegen 8% für eine Misrachischule aussprach. Inzwischen beeilte sich das Erziehungs-Departement, einen neuen Direktor und neue Lehrer nach Sichron Jaacob zu senden, obwohl die Kolonie bisher den sonst allgemein üblichen Vertrag und die geldliche Verpflichtung noch nicht unterzeichnet hatte Eine ähnliche Behandlung ist sonst gaijz ausgeschlossen; so war es z. B. selbst Tel-Aviv nicht gestattet, Schulen vor Abschluss des Kontraktes zu eröffnen. Sichron aber schuldete noch Geld vom vorigen Jahre, unterzeichnete keine Verpflichtung für dieses Jahr — und trotzdem erschienen dort die neu angestellten Lehrer, denen allerdings von Seiten des Waad die Schlüssel der Schule oiiuieli verweigert wuiden. Ausserdem verkündete ein Plakat der Verwalluug, dass die neuen Lehrer zum Unterricht nicht berechtigt seien, uud das die Schule geschlossen bleibe, bis die Zionistische Executive Misraehi Lehrer senden werde. Mehrere Male hintereinander suchte die Delegation von Siehron't Jaacob die Frage mit Miss Szold und dem Erziehungs-Departement, sowie einmal auch in direkter Verhandlung mit dem Waad Hachinuch, zu lösen Das Problem nahm einen immer ernsteren Charakter an, sodass schliesslich die zionistische Executive beschloss, eine UnterBUchungskömniission uach Sichron zu senden. Miss Szold versprach, in Anwesenheit des misrachistischen Schul-Inspektois der Delegation feierlich, eine Misrachi-Schule in Sichron einzurichten wenn sich auch die Kommission auf diesen Standpuikt stellen werde. Die Kommission, die aus Dr. Hugo Bergmann, Dr. Junowitz und Herrn Michel Rabinowitz bestand — der Misraehi wollte keinen Vertreter delegieren, — hat nun nach ihrer Rückkehr von Sichron mündlich und schrittlich beteuert, dass die Forderung der Kolonie auf pädagogisch-religiösen Mutiven beruhe. Sie lügte allerdings hinzu, dass die ortsansässigen Misrachisten in nicht immer zu billigender Weise die Propaganda geführt hätten; jedoch dürfte diese Tatsache nicht die Erfüllung des allgemeinen Wunsches verhindern. Nur die Eröffnung einer Misrachi-Schule könne die Gemüter beschwichtigen. Trotz aller Versprechungen und trotz dieser Resultate der Untersnchungskommission aber, beschlossen der Waad Hachiuuch und die Zionistische Executive, die Eltern zu zwingen, eine allgemeine Schule zu eröffnen. Selbst die Fürsprache der Oberrabbiner Kook und Aronsohn, welche die Handlungsweise der Executive schriftlich als religiösen Gewissensdruck braudmarklen, wurde^ zurückgewiesen. Es hiess, das Erziehungsdepartement köune ohne Hilfe des Misraehi eigene religiöse Schulen gründen, und man werde in Sichron Jaacob eine religiöse Schule eröffaen. Der Misraehi und sein Schul-Inspektorat protes'ierten nun unaufhörlich und stellten fest, dass die Handlungsweise der Executive statutenwidrig sei. Schliesslich sah sich Mies Szold moralisch gezwungen, ein Uebereinkommen mit dem Misraehi zu unterzeichnen, das vom Misraehi auch Raw Berlin unterschrieb, und laut welchem die Schule in Sichron Jaacob einer gemeinsamen Inspektion des Misraehi und des Krziehungs Departements unterstellt werden soll. Dieser Kompromiss, dem der Misraehi nur mit innerem Widerstreben zugestimmt hatte, enthielt die Bestimmung, dass der Direktor, sowie 2 — 3 Lehrer misrachistisch sein so len. Darauf begab sich das ganze Erziehungs-Departement nach Sichron Jaacob, und der Friede war für einige wenige Stunden hergestellt. Bald aber nahm das Erziehungs Departement alle seine Zugeständnisse zurück unter dem Vorwande, es sei ihm unmöglich, für diese Regelung Lehrer zu bekommen, und brach so wiederum ein Versprechen, zu dem es sich diesmal schriftlieh verpflichtet hatte. Es scheint, dass das Erziehungs-Departement beschlossen hat, die Schule unter allen Umständen vor dem Misraehi zu bewahren. Miss Szold begab sich noch einmal nach Sichron Jaacob, diesmal in Begleitung des Herrn Victor Cohen: aber trotz aller Einwirkungen und Versprechungen gelang es nicht, die Kolonie zum Einverständnis mit einer allgemeinen Schule zu bewegen. Leider ist aber die entschlossene Haltung der Eltern endlich doch an dem hartnäckigen Widerstand des Erziehungs-Departements gescheitert, eine freie Schule wurde in Sichron Jaacob eröffnet, in deren Kollegium nur ein einziger religiöser Lehrer eintrat, der im vorigen Jahre vom Misraehi entlassen worden war. Ein beinahe noch grösseres Unrecht hat die zionistische Executive den Jemeniten in Siehron Jaacob angetan. Dort gab es bis zum vorigen Jahre eine misrachistische Talmud Thora im Jemeniten-Viertel. Die Executive hat diese Schule anerkannt, sich jedoch mit einem unbedeutenden Zuschuss zu ihrem Budget begnügt. Da der Misraehi das Uebereinkommen mit der Executive über gemeinsame Verwaltung der Schule in Sichron. Jaacob getroffen hatte, erübrigte sich für ihn die Bestimmung eines besonderen Budgets für die Talmud Thora, denn die Jemeniten hatten sich bereit eiklärt, die örtliche Schule zu besuchen, wenn sie vom Misraehi anerkannt werde und einen misrachistischen Direktor, sowie einige misrachistische Lehrer erhalte. Nun aber, nachdem der Vertrag von Seiten der zionistischen Executi e gebrochen worden war, erklärte sich diese zwar bereit, den Jemeniten das Geld für 2 Lehrer zur Verfügung zu stellen, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Talmud Thora

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