Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 3 (3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 34 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 34 Z I 0 N Nr. 3 Misrachi bestellt? Die Antwort entnehmen wir der folgenden Tabelle: IV. Verteilung der Schüler nach Gemeinden: Sasse jchkenasim »hardim smeniten aukasier iblim Persei Bucharen roselyten w < CQ ►-5 U5 « s p* I 120 19 5 1 1 — 146 II 121 26 — 4 3 — 153 III 113 12 2 3 1 — 131 IV 10B 9 3 1 1 — 119 V 79 6 12 1 2 1 100 VI 78 3 3 1 — — 86 VII 64 6 2 — 1 — 72 VIII 24 1 1 — — — 26 704 79 28 11 9 1 832 86 % 9% 8% -8%- 100 % Daraus ergibt sich also, dass 85 0 0 Aschkenasim sind, und nur 16 °/0 Kinder aus den übrigen Gemeinden stammen. Da nun aber das Verhältnis der Tel-Aviver Bevölkerung 78% schkenasim, 14 0 0 Sphardim, 7 ° o Jemeniten ist, so könnte man zu dem Trugscbluss kommen, dass besonders die Aschkenasim zu Tradition und zur traditionellen Schule neigen, denn ihr Anteil an der Schülerzahl ist grösser, als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Aber gerade das Gegenteil ist richtig; unter^den Ascbkerjasim, die fast alle auf dem Umwege über das religionsfeindliche Europa nach Palästina zurückgekehrt sind, besteht eicher lieh am meisten die Neigung, sich von den Bindungen der Religion zu befreien, während z. B. die Jemeniten durchaus konservativ sind. Der Widerspruch zwischen Wirklichkeit und Statistik i&t hier leicht zu erklären. Für die Kinder, der Jemeniten besteht nämlich, wie schon kurz erwähnt, eine besondere „Talmud Tora la- Temanim", die zum misrachistischm Schulwerk ge hört; (wie alle besonderen Schulen für Jemeniten und Sphardim im Lande!) Fast alle jemenitischen K>'nder Tel-Avivs besuchen diese Schule. Sie hat aber nur 4 Klassen (4 Schuljahre). Alle Kinder, die diese 4 Klassen absolviert haben, gehen automatisch in die Tachkemonischule über (daher die grosse Zahl jemenitischer Schüler im 5. Schuljahr), falls die Eltern überhaupt einen weiteren Schulbesuch ermöglichen können und für er*fluscht halten. Das ist aber nur bei einer verhältnismässig geringen Anzahl der Fall. Die meisten .Absolventen" müssen nach 4 Schuljahren schon einen Beruf ergreifen, eine traurige Tatsache, die dringend der Abhilfe bedarf. Von den Jemeniten lässt sich also behaupten, dass fast alle ihre Kinder eine religiöse Erziehung erhalten; sie werden, wie es scheint, auch in Zukunft „das" religiöse Element des Jischuw bleiben. Schwieriger zu verstehen ist das Verhältniss der Sephardim zum religiösen Schulwerkß). Es scheint, dass auch sie eine religiöse Erziehung schätzen; die Vertreter der Sephardim betonen das bei jeder Gelegenheit; aber es besteht bei ihnen eine eigentümliche N-igung zur „vielsprachigen" Erziehung, die darin ihren Ausdruck findet, dass ein grosser Prozentsatz sephardischer Kinder die französischen Schulen der „Alliance Israelit e Universelle", und ein gewisser Prozentsatz sogar die Schulen der Mission besucht. — Auffallend ist die geringe Zahl nichtaschkenasischer Schüler in den Oberklassen. Der Grund ist teilweise, da9s die Eltern ihre Kinder vorzeitig aus der Schule nehmen, doch mag auch die Annahme richtig sein, dass die Aschkenasim den Uebrigen an Begabung überlegen sind, diese daher der i,Konkurrenz" nicht gewachsen sind und die Obarklassen nicht erreichen. Einen interessanten Einblick in die Vielfarbigkeit der palästinensischen Schuljugend gibt die nachstehende Tabelle, die über die Geburtsländer der Schulen Auskunft gibt: V. Die Geb u r tsländ e r der Schul* 5 n. in Stufe 1 2 8 4 5 6 7 8 Sa. Palästina 49 49 24 12 25 23 26 11 219 Polen 63 66 48 i.8 29 27 17 7 300 Eussland 16 18 28 33 29 25 19 2 170 Rumänien 2 2 3 2 1 2 3 _ 15 Litauen 1 1 3 1 3 1 _ 1 11 Lettland 1 2 3 1 1 — 2 _ 10 Ungarn 1 1 1 — — — — 1 4 Oester. Deutschi. England - 4 2 - 1 1 1 1 10 Griechenland 2 4 2 3 — — — — 11 Bulgarien, Türkei 2 4 3 2 — 1 — _ 12 Kaukasus — 5 2 7 Syrien, Cypern Me^opotanien 2 1 1 1 2 _ 2 1 H) 2 3 1 — — — — — 6 Jemen 2 — 1 2 4 — 1 _ 10 Buchara, Persien _ 1 _ 2 — — _ 3 Aepypt., Tripolis 3 1 6 7 2 2 — — 21 Amerika — 1 3 2 1 3 2 2 14 Gesamtzahl ] 146 153 131 119 100 85 73 26 833 Zahl der Geburtsländer 14 19 17 14 13 9 10 8 Oder in Prozenten ausgedrückt: Palästina Polen Russland, alle übrigen Länder 26 ° 0 36 % 21 ° o 17 % 24 Geburtsländer! Welch eine Fülle von Problemen für den Lehrer. „An Bekanntes anknüpfen" lautet eine wichtige pädagogische Regel. Aber was ist bekannt? Welche gemeinsamen Erfahrungen haben Kinder amerikanischer Grosstädte und Kinder des ostjüdischen „Städtele", Kinder Aegyptens mit denen des Kaukasus, Ungarns und Mesopotamiens? Bei ihrem Kommen sind die Kinder grundverschieden in allem, in Charakter und Benehmen, in Neigung und Abneigung zu Lernen und Arbeit, zu Sport und Unter- 6) Genaue Zahlen über die Verteilung der Schüler Tel-Avivs auf die verschiedenen Schulen nach Gemeinden sind leider nicht zu erlangen.