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Zion · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 33 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 3 ZI 0 N _Seite 33 and profane Bildung findet man dort nicht oft vereint. Da nun die Bevölkerung Tel-Avivs sich grösstenteils aus östlichen Ländern rekrutiert, und da man die im Geburtslande erworbenen Anschauungen und Begriffe mit ins Land gebracht hat, so ist die bedauerliche Folge, dass die „gebildeten Kreise" nicht den Wunsch haben, ihre Kinder gesetzestreu erziehen zu lassen. Das mag dem Fernstehenden unlogisch und unverständlich erscheinen, einstweilen ist es Tatsache. Ine höherin Schulen des Misrachi haben die Aufgabe dahinzuwirken, dass mit diesen etwas primitiven Anschauungen allmählich aufgeräumt wird. Aber noch ein anderer Grund hält die_Kreise der „Gebildeten44 davon ab, ihre Kinder in die Tachkemonischule zu schicken: Sie ist die einzige Schul*1, die ohne auf die „ Mittelschule" zu verzichten, dem Ideal der standeslosen Einheitsschule treu geblieben ist. In ihrem Unterbau, d. h. \o den ersten 8 Schuliahren ist sie Volksschule; die Begabten gehen nach Absolvierung dieser 8 Klassen in die vierklassige Kurz: man „lebt von einander". Einige Berufe nTachkemoni - Realschule« über. Als Volksschule - Schneider, Schuster, Schlosser, die Berufe der jösteht öie> wie alle Volksschulen Tel-Avivs, jedermann dischen Bevölkerung des Ostens — sind überfüllt. Die offen . die Zahlung eines Schulgeldes ist nicht Bedineiner Hafenstadt zukommende produktive Arbeit, die gung för die Aufnahme. Alle übrigen Mittelschulen Geld ins Land schaffen könnte, wie Export und In- Tel Äviys (und Paia3tina3 überhaupt) sind Standesdustrie, sind noch schwach entwickelt oder befinden schulen: der Schüler des Gymnasiums, der Handelssich grösstenteils iiTarabischen Händen (wie der gchule U3W i3t voa aeinem er3teQ Schuitage an Orangenexport). Schüler einer Mittelschule. Die Tore dieser Schulen Vergleichen wir diese Berufsverteilung mit der stehen nur den begüterten Kreisen offen. Und so wie einer jüdischen Schule "in Deutschland, so fällt noch in ailea Ländern — mit Ausnahme der Vereinigten ein anderer Unterschied auf: das last vollständige Staaten — die begüterten Kreise sich der standeslosen Fehlen der „freien Berufe". Die Eltern von nur 27 Einheitsschule widersetzt und eine Trennung der Kindern gehören diesen Berufen an. Die Zahl der Kinder nach Ständen durchgesetzt haben, so hat sich Transportarbeiter ist eine grössere! Wo sind all die auch der palästinensische Jischuw für dieses Ideal Aerzte, Rechtsanwälte, Ingenieure usw? Wohin noch nicht reif gezeigt und — leider —- durchgesetzt, schicken si^e ihre Kinder? dasa jüdische Kinder nach den finanziellen Verhält- Für den Kenner palästinensischer Verhältnisse nissen ihrer Eltern, eingeteilt werden1), ist es nicht schwer, eine Antwort auf diese Fragen zu Die Tachkemonischule ist sich bewusst, den richgeben: erstens ist es selbstverständlich, dass in einem tigen Weg eingeschlagen zu haben und ein Ideal zu jüdischen Gemeinwesen die Zahl der in diesen Berufen verwirklichen; °sie muss sich jedoch damit abfinden, Tätigen verhältnismässig nicht so gross sein kann wie dag3 dieg einem Xeü der Tel-Aviver Bevölkerung zu z. B. in West- und Mitteleuropa, wo 90% der jüdemokratisch* ist und sie deswegen von ihm gedischen Bevölkerung dem Mittelstande angehört. Ein mieden wird> Angehürige „freier Berufe" schicken Gemeinwesen, das nur aus Kaufleuten und „freien ihre Kinder in die Mittelschule: nur die Lehrer, deren Berufen", besteht, wäre natürlich nicht lebensfähig. wirt8chaflliche Lage ungünstig ist, begnügen sich für Aber schliesslich ist auch Tel-Aviv mit Aerzten, ihre Kinder mit der Volksschule. Zahnärzten, Apothekern, Rechtsanwälten und Ingeni- Wenden wir uns nun der Zusammensetzung der euren überreichlich gesegnet (Es gibt ca. 200 Aerzte, S(.huler in „ethnographischer" Beziehung zu. Wie 60 Zahnärzte, 25 Apotheker!): diese schicken aber bekannt iat der palästinensische Jischuw nach „Geihre Kinder nicht in die Tachkemonischule, denn — meiQdeQ« _ Ascbkenasim, Sephardim, Jemeniten usw. die Tachkemonischule ist religiös und hier, wie im _ getrennt Wie ist ea mit der Neigung dieser verjüdischen Osteuropa, verhalten sich einstweilen Treue schiedeaen Gemeinden zum: religiösen Schulwerk; des zur Tradition und weltliche Bildung umgekehrt proportional zueinander. „Gesetzestreue Akademiker" sind 1} AUerding3 ^ea nur wenige, der genannten eine westeuropäische Erfindung; im Osten sind sie höheren Schulen einen eigenen Volkssehülunterbau, eine viel seltener auftretende Erscheinung. Religion und auch an denen gibt es Schulgeldbefreiungen. E.S. 2. Vermittlungsgewerbe: Kaufleute.....44 Ladeninhaber ... 29 Kommissionäre ... 10 Hausierer.....25 Milchhändler .... 19 Diverse.....19 146 18 ° 0 3. A n g e s t. u. B'e a m t e 65 80 „ 4. Transportgewerbe: Kutscher.....25 Chauffeure .... 10 35 4% 5. Rentiere](meistHausmiete) 13 2% 6. freie Berufe: Lehrer .....15 Rabbiner.....7 Schriftsteller u. Journ. 3 Aerzte...... 2 27 3% 7. Arbeiter 9ö 11 % 8. Arbeitslose oder ohne festen Beruf 59 7 0 0 9. Im Ausland 20 2% 10. Waisen 31 4 <> 0

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