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Zion · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 32 (sequence 10)
Language
German
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' Seite 32 Z I 0 N Nr. 3 kann; sie bedeutet einen grossen Rückschritt, denn im Ghetto des Mittelalters fand die jüdische Gemeinde Mittel and Wege, nötigenfalls den Yater zu zwingen, für die Bildung seiner Kinder Sorge zu tragen; heute aber hat die Regierung die Macht und lässt die Dinge auf sich beruhen. Ist nun die wirtschaftliche Lage der Eltern wirklich so schlecht, daes die wenigen Piaster, die ein Kind von 10 - 12 Jahren verdienen kann, Grund genug sind, es f&s der Schule zu nehmen? — Es ist nicht ganz einfach diese Frage zu beantworten. Statistiken über Einkommen sind nicht vorhanden. Einkommensteuer ist unbekannt. In Tel-Aviv gibt es für Steuererhebungen aller Art nur einen Masstab: die Zahl der bewohnten Zimmer. Bewohnt eine Familie 3 oder 4 Zimmer, so hat sie mehr Kommunalsteuer, Wassergeld usw. zu zahlen, als eine Familie, die 2 Zimmer bewohnt. Die Grösse der Familie bleibt dabei unberücksichtigt. Nehmen wir nun diesen „offiziellen" Masstab an, so ergibt sich für unsere Schüler folgendes Bild: IIa Die Wohnungen der Schüler. Es wohnen in: s s Ig 3 * l i I Ii I I 3 NNN § S W y* Oi CO ■<# P3 O I II III IV V VI VII VIII 54 48 36 32 21 21 16 48 51 47 46 36 31 28 10 44 34 30 29 21 15 1 147 151 129 118 101 85 71 26 231 297 ■ 50 36 212 828J) 28% 36°/0 6% 4°/0 26% 100% In einem Wort: 90% aller Schülerfamilien bewohnen 1 oder 2 Zimmerwohnungen, nur 10 % 3 oder mehr-Zimmerwobnungen. Ueber die „Bevölkerungsdichte" in den Schülerwohnüngen gibt folgende Tabelle Auskunft; IIb. Die Wohnungen der Schüler: Zahl der Familienmitglieder r,j: _234567 89 10 11 Ges.Zahl 1 1 24 49 68 53 27 16 1 3 3 234 ® SP l •* S B S Ja a 1 £ s CJ .2 2 — 6 35 75 71 53 25 20 10 2 297 3- 228 16 4936— 60 4--26264 2 2-2 25 5---4 1 1 1 1 2 — 10 Baracken — 11 30 49 47 40 20 10 2 3 212 1 43 118199190131 74 37 25 10 828 in Prozent — 6 14 24 23 16 9 6 3 ' 1 100° 3) Baracken leichte Bretterhäuschen, in der Danach ist die durchschnittliche Bewohnerzahl eines Zimmers in der Wohnung der Schüler von Klasse 1 3, 7 Personen Klasse 5 3, 3 Personen » 2 3,5 „ „ 6 3,3 » 3 3,5 „ 7 3,2 4 3,6 „ „ 8 2,7 Auch diese Zahlen bestätigen die obenerwähnte Erscheinung, dass eine grosse Zahl von Kindern armer Eltern die Schule nach 5—6 Jahren verlässt oder, mit anderen Worten, dass 'nur „begüterte" Familien, die eine 3 oder 4 Zimmerwohnung bewohnen können, sich den Luxus einer vollen Volksschulbildung für ihre Kinder leisten. Ausserdem aber zeigen diese Zahlen, dass die" ökonomische Lage der Tel-Aviver Bevölkerung, am landläufigen Masstab der Zimmerzahl gemessen, keine günstige ist. 6 oder mehr Personen in einem Zimmer (102 Fälle) ist eine Erscheinung, die man vielleicht in einigen übervölkerten Bezirken in Berlin und Paris und in {den „Slums" englischer Industriestädte findet, aber wohl nirgends in einer Mittelstadt von 40000 Einwohnern. Doch sind die Zahlen vielleicht nicht ganz so ungünstig, wenn man die besonderenjVerhältnisse des Orients in Betracht zieht: das Leben spielt sich hier mehr als in Mitteleuropa auf der Strasse ab, die Kinder sind nur wenige Stunden wahrend des Tages im Hause, fast jedes Haus hat eine Veranda oder einen Balkon, der während 9 Monaten des Jahres als Aufenthaltsort dient. Andererseits verlangt das wärmere Klima eine luftige geräumige Wohngelegenheit — besonders für die Nacht. Fraglos besteht die Tatsache, dass dieser ungünstige Zustaüd der Schülerwohnungen eine schwere Schädigung für Ordnung, Sauberkeit, Gesundheit und Moral des heranwachsenden Geschlechts bedeuten muss. Es würde über den Rahmen dieses Aufsatzes hinausgehen, die Gründe für die ungünstige Wirtschaftslage der Tel Aviver Bevölkerung zu untersuchen, begnügen wir uns damit festzustellen, welchen Berufen die Eltern unserer Schüler nachgehen: III. Die Berufe der Eltern der Schüler: 1. Handwerker: Tischler.....67 Schlosser.....28 Schuster und Sattler . 44 Schneider ..... 29 Elektrotechn. u. Inst. 24 Bäcker......15 Maler......24 Schmiede u. Klempner 15 Bauleute.....28 Industr. und Untern. 18 Sonstige..... 60 342 41% Berechnung auf 1Zimmer als Durchschnittswert veranschlagt. 4) Ueber 27 Schüler fehlen nähere Angaben. 5) D. h. 24 Schüler wohnen in einer 1 Zimmer Wohnung, die im ganzen von 3 Personen bewohnt wird, 49 in einer 1 Zimmer Wohnung die von 4 Personen bewohnt wird usw.

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