Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 3 (3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 26 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 26 Z I 0 N Nr. 3 müssen, deren Anerkennung wir von den Partnern onserer Arbeit fordern sollen. Es soll ausgesprochen und den ausserhalb unserer Reihen stehenden zionistischen Gemeindearbeitern klar sein, dass wir in der Gemeinde nur so lange gemeinsam arbeiten können, als unsere GrundauffassiiDg vom Wesen der jüdischen Gemeinde, ihrer Aufgaben und Arbeitsweise, nicht nur. theoretisch anerkannt, sondern auch in der Praxis durchgeführt wird. Ein Beschluss in dieser Richtung wurde vom Delegiertentag gefasst, der tilgende Fassung erhielt: 1. Der ausserordentliche Delegiertentag des deutschen Misrachi stellt fest, dass Mitarbeit in der Gemeinde unter Verfolgung einer klaren misracbisiischen Gemeindepolitik eine sehr wesentliche Aufgabe ist. In erster Linie ist die Durchführung dieses Prinzips auf dem Wege der Verbindung mit der Volkspartei zu erstreben. 2. Im Einzelnen ist die Frage der Verbindung mit der Volkspartei im Einverständnis mit der Landeszeutrale nach der örtlichen Konstellation zu regeln. Grundgesetz bei der Verbindung mit der Volkspartei bleibt volle Wahrung der Gewissensfreiheit bei Abstimmungen in religiösen Fragen. Auch in der Besprechung der Gemeindetragen war ersichtlich, dass wesentliche Differenzen von prinzipieller Bedeutung innerhalb unserer Partei kaum vorhanden sind. Und wenn solche gelegentlich doch auftauchen, sind wir stark genug, sie zu überbrücken, weil unser Ziel uns vor Augen steht. Das uns wieder gezeigt zu habeD, ist das Verdienst des Leipziger Delegiertentages. A. A. Konstituierende Sitzung der Landeszentrale des deutschen Misrachi. Am Dienstag, den 5. Marz, fand die konstituierende Sitzung der auf dem Leipziger ausserordentlichen Delegiertentag des Misrachi neugewäblten Misrachi-Landeszentrale statt. Dr. Wolffberg, der sich Bedenkzeit erbeten hatte, ob er in das Präsidium eintreten wolle, erklärte sich bereit, das ihm übertragene Amt anzunehmen. Das Präsidium des deutschen Misrachi besteht somit aus den Herren Alexander Adler und Dr. 0. Wolfaberg. Die aus 10 Personen bestehende Landeszentrale bildete 6 Spezialressorts, deren Verwaltung Ausschüssen übertragen wurde, in die auch der Landeszentrale nicht angehörende Misrachisten berufen werden sollen. Es wurde beschlossen, die nachfolgende Erklärung zu veröffentlichen: Erklärung: Der „Israelit" brachte in seiner Nummer vom 28. Februar einen Bericht über den ausserordentlichen Delegiertentag des deutschen Misrachi in Leipzig.— Wenn wir auch in der Regel nicht aut Pressepolemiken eingehen, so enthält dieser Bericht doch so offenbare Entstellungen, dass wir uns gezwungen sehen folgendes zur Steuer der Wahrheit festzustellen : I. In dem Bericht wird der Frankfurter Beschluss auf Umwandlung der Z. V. f. D. in eine territoriale Arbeitsgemeinschaft in Verbindung gebracht mit rechts-, bezw. linksgerichteten Tendenzen innerhalb des deutschen Misrachi. Damit hat jedoch die ganze Frage nicht das Geringste zu tuu. Weltanschauliche Bedeutung für den Misrachi hat allein seine Verbundenheit mit der zionistischen Gesamtorganieation. Die Frage des Verhältnisses zu den Landesorganisationen ist eine rein organi- .satorische Frage ohne weltanschauliche Bedeutung. II. Es wird in dem Bericht behauptet, dass die Wahl des Herrn Dr. Wolfsberg den weltanschaulich liberal orientierten Kreisen des Misrachi entgegenkommt. Jeder, auch der „Israelit", weiss, dass der Misrachi die Verwirklichung des Baseler Programms auf der Grundlage von Thora und Ueberlieferung erstrebt. Die weltanschaulich liberal interessierten Kreise sind daher innerhalb des Misrachi undenkbar. III. Ebenso ist es vollkommen unbal'bar, davon zu sprechen, da?s die Wahl des Herrn Dr. Wolfsberg als Provokation irgendeines Teiles des Misrachi aufgefasst werden könnte. Sie ist einstimmig durch den Delegiertentag erfolgt, auf dem alle Kreise des deutschen Misrachi vertreten waren. Sie wurde von Vertretern des Frankfurter Beschlusses (also nach Ansicht des „Israelit" von rechtsgerichteten!) vorgeschlagen und ist erfolgt, weil Dr. Wolfsberg führend an der Aufhebung des Frankfurter Beschlusses mitgewirkt hat und daher grade von denjenigen, die in Leipzig in der Minderheit blieben, gewünscht wurde, dass er nunmehr auch sichtbar wieder die Verantwortung für die Leitung des Misrachi übernimmt. Für das Präsidium Für die Landeszentrale des deutschen Misrachi Dr. A r o n Barth. Alexander Adler . Der Monat. Ist das erst einen Mooat her? Vor erst einem Monat haben wir in (iesen Blättern von der Erregung des Herrn Loeb Kenntnis genommen, der die Jüdische Volkspartei des Verrats am traditionellen Judentum anklagte. Gegenüber seinen Enthüllungen haben wir vor ganzen vier Wochen festgestellt: „Was das Zusammensitzen von Männern und Frauen in der Synagoge Prinzregentenstrasse betrifft, so hat natürlich kein Mitglied der Volkspartei in Aussicht gestellt, mit ja zu stimmen, oder zur Annahme eines solchen Antrages zu verhelfen". Und nun? Selten hat eine falsche Sachdarstellung so kurze Beine gehabt, wie die Euthüllungen des Herrn Loeb Die Sitzung der Repräsentanz hat sich inzwischen mit dieser Frage beschäftigt. Sämtliche, ohne eine Ausnahme sämtliche, Mitglieder der Volkspartei haben gegen das Zusammensitzen von Männern und Frauen gestimmt, nachdem nicht weniger als vier von ihnen auch ausdrücklich dagegen ge sprochen hatten. Ebenso stimmte die Mittelpartei.