Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 3 (3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZIO MONATSBLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HERAUSGEGEBEN VOM ZENTRALBURO DES DEUTSCHEN MISRACHI BERLIN N 54 V EIN M EI ST ER STR. 18 REDAKTION: ALEXANDER ADLER. BERLIN . DR. ERNST SIMON, JERUSALEM BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL. ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 3. Berlin, März 1929. Adar II 5689 I. Jahrgang Die Tagung des deutschen Misrachi in Leipzig. Der Leipziger Delegiertentag hat die Entspannung der Atmosphäre innerhalb des deutschen Misrachi gebracht, die' man von ihm erwartete. Er hat mit grosser Mehrheit die Aufhebung des Frankfurter Beschlusses auf Umgestaltung der Z. Y. f. D. in eine territoriale Arbeitsgemeinschaft beschlossen. Die in Leipzig in der Minderheit Verbliebenen haben ohne Groll den Beschluss als für alle bindend akzeptiert und es ist wieder freie Bahn für aktives und energisches Arbeiten auf allen Gebieten zionistisch-misrachistischer Tätigkeit. Es ist sicher nicht müssig, hier festzustellen, dass aus der ganzen Debatte in Leipzig klar zu Tage trat, dass der den verschiedenen Auffassungen zu Grunde liegende Differenzpunkt keineswegs misrachistisch-ideologischer oder überhaupt weltanschaulicher Art war. Die Vorstellungen über das Arbeitsgebiet und mehr noch über den Arbeitsinhalt des Misrachi wiesen durchaus eine einheitliche Linie auf. Die Tatsache ist nicht ohne Interesse, dass in dem Referat, das sich für die Beibehaltung der Verfassung der Z. V. f. D. aussprach, die Unzufriedenheit mit der bisherigen Einstellung derselben zu misrachistischen Aufgaben und Arbeiten stärker zum Ausdruck kam, als in demjenigen des Befürworters der Frankfurter Resolution. Bezeichnend für die objektive Einstellung der Delegierten ist die Wiederwahl des in Frankfurt gewählten Zentral-Büros, das infolge der Bestimmungen des neu beschlossenen Status zur Landeszentrale wurde, in dem sich Anbänger und Gegner des Frankfurter Beschlusses in gleicher Anzahl befinden. Nur um der in Leipzig siegend gebliebenen Richtung auch die volle Verantwortung für die Durchführung des Beschlusses zu geben, wurde Dr. Wolfsberg zum Mitglied des nun zweiköpfigen Präsidiums gewählt. Der Antrag zu dieser Wahl kam von Seiten der unterlegenen Partei, doch wohl ein Beweis dafür, dass die im „Israelit" zum Ausdruck gekommene Meinung, die Zu wähl zum Präsidium stelle eine Provokation der in Frankfurt in der Mehrheit gewesenen Richtung dar, völlig aus der Luft gegriffen ist Gerade Leipzig hat uns wiederum gezeigt, wie der deutsche Misrachi in Durchführung seiner Ziele und Aufgaben ein einheitliches Gebilde ist. Wie nichts ihn abdrängen kann von der zielbewussten Verfolgung seines Weges, wie er eine kompakte und imponierende Menge jüdischer Menschen darstellt, die des Judentums Kern und Hauptaufgabe erblickenin Anerkennung und Hochhaltung national-jüdischer Tradition, von der ein Teil, ein sehr wesentlicher Teil, Wiederaufbau des jüdischen Landes im nationalen Geist darstellt. Anerkennung und Hochhaltung national-jüdischer Tradition — das bindet den Misrachisten an seine Partei, das macht diese Partei zu einem kulturellen und politischen Faktor zugleich. Das stellt aber auch eine Bindung der verschiedenen Flügel innerhalb dieser Partei dar, an der der Wunsch gewisser agudistischer Kreise, Zwiespalt und Misstrauen im Misrachi zu erzeugen, dauernd zu schänden werden muss. Wir sind einig in unserer jüdischen Weltanschauung, dass die national-jüdische Tradition Grundlage des Judentums ist und bleiben soll. Vor dieser Aufgabe treten Meinungsverschiedenheiten untergeordneter Natur zurück. Wege und Detail der Ausführung sind dem Ziele gegenüber stets Dinge untergeordneter-Natur. Auch mit Fragen der Gemeindepolitik beschäftigte sich der Leipziger Delegiertentag. Der Wunsch gemeinsamer Gemeindearbeit mit den übrigen zionistischen Parteien und besonders mit der Volkspartei, ist stetsj beim Misrachi vorherrschend gewesen. Es besteht aber seit langem die Meinung, dass wir innerhalb dieser Arbeit klare, nach innen und aussen deutlich erkennbare Forderungen herausarbeiten