Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 214)
- Language
- German
- Belongs to
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216 wollte ein Verhältniß wie 5:2 festsetzen. Doch die Kaiserin entschied für obigen Modii«). Im Jahre 1744, als den Juden gestattet wurde Paradiesesäpfel und Palmenzweige für das Laubhüttenfest sich selbst anzuschaffen, wurde wie bereits bemerkt, das Verhältniß festgesetzt, daß Böhmen %2, Mähren 4/12 und Schlesien yl2 zu zahlen hatte. Nach diesem letzteren Verhältnisse wäre die nun auferlegte jährliche Steuer von 300,000 Fl. Böhmen mit 214,286 Fl. 42% £r. und für Mähren mit 85,714 Fl. 17% 3£r. zu bemessen gewesen. Nun hört bekanntlich in Geldangelegenheiten die Gemüthlichkeit auf, im gegebenen Falle mußte der berechnende Verstand um so mehr sein Recht geltend machen. Da es doch überhaupt nichts leichtes ist, eine jährliche Steuersumme von 300,000 Fl. zu übernehmen und um so mehr in der Lage, in welcher sich die Juden befanden. Weder die mährischen noch die böhmischen Juden waren in beneidenswerthen Verhältnissen und wie es überhaupt in der Natur des Menschen liegt, das Elend in welchem er sich befindet, als das peinlichste anzusehen, („ihn schmerzt nur der eigene Leib," spricht Hiob,) so meinten die böhmischen Juden die Lage der mährischen sei besser, denn insbesondere die Präger Juden, welche die wohlhabendsten waren, seien durch die mehrmalige Belagerung, Plünderung und Ruiuirung der Judenstadt „wo äe notorio fast kein Nagel an der Wand und kein Blei an den Fenstern geblieben, ja die aufgestellte Wache selbst hätte nichts geschont, *)" zu Grunde gerichtet 1) Zugleich mit dem Ausweisungsdecret erschien ein« Erlaß der Statthalterei, welchen Ernst Wehli im Leu Chemanja 1862 p. 273 mittheilte, in welchem jedermanniglich gewarnt wird, die Juden zu „bekränken", sei es an ihrer Person, Habe oder Vermögen. Nichts destoweniger haben selbst die Wachen, die dazu bestimmt waren, das Gut der Juden zu beschützen, in vandalischer Weise mit demselben