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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1869-01-01 · Heft 1 · page 205

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1869
Issue
Heft 1
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 205)
Language
German
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207 Leuten unterwaltenden ungemeine Elend und Hungersnoth die Ursach gewesen." Trotz dieser Befürwortung rescribirte die Kaiserin: „ausf dise Stätte zu erlauben, wo sie über nacht bleiben dörffen, nicht aber in Prag." Wenn wir jedoch davon sprachen, daß Präger Kaufleute für die Juden eintraten, so ist das natürlich nur von denjenigen zu verstehen, welche die Concurrenz der Juden nicht zu fürchten hatten. Diejenigen, die in der Lage waren, ihre Concurrenz zu fürchten, priesen nach wie vor die Weisheit der Monarchin, welche die Ausschasfung verfügte und stellten es außer Zweifel, daß das Christenthum aufhören würde, wenn man die Juden wieder einlassen möchte, rc. rc. Unverfälschter kam die öffentliche Meinung in dieser Beziehung zum Ausdruck, als die verschiedenen Handwerker in Prag gefragt wurden, ob sie durch die Ausweisung der Juden zu Schaden gekommen seien. Fast alle Gewerke bejahten dies. Da so viele Petitionen in dieser Angelegenheit eingelaufen waren, sah sich die Kaiserin genöthigt, eine Commission im März 1748 für die Angelegenheiten der Juden niederzusetzen. Diese bestand aus den Herren Philipp Graf von Kollowrath, Johann Graf von Breda, Franz Leopold Hennel, Franz Jgnaz Textor, Josef Gamperzer von Gamsenfels und Wilhelm Ferdinand von Krausenek. Statthalter von Böhmen war Graf von Haugwitz. Im Königreiche Böhmen stand jedoch damals nicht blos die Judenfrage auf der Tagesordnung. Die letzten Kriege und das Interregnum hatten mannigfache Störungen herbeigeführt und es sollte nun Ordnung gemacht werden. Die Kaiserin suchte nun die nach allen Seiten hin klaffenden Unordnungen zu heben und gab deshalb schon am 21. November 1747 eine 1) Vgl. Protokolle der Zünfte im Jahre 1747.

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