Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
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136 höhnng der Matricularbeiträge zu decken, und indem er dann zu seiner eigenen Entschließung übergeht, fährt er fort; „ . . . Die zweite Frage aber, die der „ Herr Bundeskanzler an uns gestellt hat: Wie werdet Ihr Euch verhalten, wenn die Flotte wirklich gefährdet wird — eine Frage, die ich damals in praktischer Ausführung mir als unmöglich gedacht habe — sie ist an uns gestellt worden, sie ist zu meiner großen Ueberraschung und zu meinem Leidwesen gestellt worden; und welche Antwort sollen wir darauf geben? Sollen wir sagen, da die Regierung die Frage so gestellt hat, nun, so schränken wir die Arme, sehen wir ebenfalls abwartend zu, und mag die Flotte darüber zu Grunde gehen! Eine solche Antwort können wirnicht geben, und ich werde sie nicht geben, so lange nicht meine Grundprinzipien dadurch verletzt werden, so lange ich ein provisorisches Auskunftsmittel weiß und so lange ich die Hauptfrage zu Verlagen im Stande bin. ... Ich sage Das offen, und Sie können ja Ihre Kritik daran üben. Wenn eine Noth herantreten sollte, die ich für gleich stark halten wüßte -mit der gegenwärtigen, wenn es sich um Institutionen und Einrichtungen des Vaterlandes handelt, die zu seiner Machtentfaltung nicht entbehrt werden können: oder wenn Zwang und Sicherheit des Augenblicks es erfordern und auch die übrigen Umstände gleich liegen, so würde ich mich für den concreten Fall wahrscheinlich ebenso entscheiden, wie heute. Wenn man auf dem Standpunkte sieht, daß verfassungsmäßige Rechte vertheidigt werden müssen, selbst wenn das Vaterland in der höchsten Gefahr sich befindet, selbst einem Kriege gegenüber, selbst wenn es sich um die Existenz des Vaterlandes handelt, dann muß man über diesen Standpunkt gering denken . . . Nun frage ich, ist der heutige Zeitpunkt geeignet, indem ich im concreten Falle der Alternative gegenüberstehe, entweder die Flotte in ihrer Entwickelung aufzuhalten und beinahe zum Stillstand zu bringen, oder die bereits bewilligte Anleihe flüssig zu machen, zu Ungunsten der Flotte den concreten Fall zu ent-