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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1869-01-01 · Heft 1 · page 116

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1869
Issue
Heft 1
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 116)
Language
German
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116 der conservativen und der Fortschrittspartei auf dieselben geworfen wurden, und die allerdings auch von dem einmal eingenommenen politischen Standpunkte aus ihre individuelle Berechtigung haben. Läßt doch in der That dieses Thema selbst innerhalb des liberalen Gesichtskreises verschiedene Auffassungen zu, ohne daß dabei die besondere Charakteristik der liberalen Schattirungen, die Unterschiede der liberalen Parteien zur Geltung kommen müßten! In diesem Sinne haben auch wir im Obigen unsere Auffassung darzulegen versucht, so kühn sie auch erscheinen mag gegenüber der abweichenden Argumentation Laskers, der wir eine hohe Berechtigung und ein bedeutendes Maß von sittlicher Wahrheit nicht versagen können. Andererseits jedoch vermögen wir nicht zu erkennen, mit welchem Recht von der conservativen Seite der Vorwurf der Jneonsequenz gegen Lasker erhoben werden, mit welchem Verständniß der Abgeordnete v. Diest sich äußern konnte: „Wie der Abgeordnete Lasker gegen die Entschädigung an die depossedirten Fürsten und für diese Borlage sprechen konnte, ist mir nicht ergründlich." Uns erscheinen beide Vorlagen fast wie iucommensurable Größen, die nichts weiter mit einander gemein haben, als daß sie über Geld verfügen. Während Lasker in jener ersteren eine Verletzung der Verfassung darin erkennt, daß die Summe bewilligt wurde, ohne die Genehmigung des Landtages eingeholt zu haben: spricht er bei der zweiten gerade für die verfassungsmäßige Zustimmung, die nachgesucht und von welcher erst die Bewilligung, resp. die Höhe der Summe abhängig gemacht wird. In dem ersteren Falle bestreitet er jedweden Rechtsanspruch auf einen Ausgleich, in dem zweiten weist er ihn evident nach. Dort übersteigt die bewilligte Summe um Vieles die bisherige Höhe, über welche der König von Hannover zu verfügen hatte;. hier bleibt sie hinter derselben um ein Bedeutendes zurück. Nein; so schwer es auch sein wird, in einer Landesverttetung immer genau die Linie einer sogenannten politischen Consequenz einzuhalten, ohne in

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