Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
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115 würde geschehen, wenn der Staat aufhören wollte dasjenige weiter zu gewähren, was er der Provinz bisher geleistet hat. Unmittelbar nach den Annexionen trat man in den neuen Landestheilen Preußen mit dem Mißtrauen entgegen, daß es die Absicht habe, sich durch die Einkünfte der annectirten Gebiete zu bereichern. . . . Hieran knüpfte sich eine lehhafte Agitation gegen die neuen Zustände, welchen die nationale Partei in Hannover nur erfolgreich gegenüber treten konnte durch die auf Versprechungen der Regierung beruhende Zusicherung eines besonderen .Fonds für Provinzialzwecke. In gleicher Weise äußerte sich der Ober-Präsident Graf Stolberg in Beantwortung einer Petition, daß die Regierung bereit sei, den Wünschen des Landes in dieser Beziehung entgegen zu kommen; da eine Erledigung der Angelegenheit jedoch vor dem 1. October nicht mehr möglich sei, solle dem - nächsten Landtage eine entsprechende Vorlage gemacht werden, sGerade hier dem guten Recht des Landes gegenüber jetzt das Princip der Sparsamkeit gellend zu machen, halte ich für ungeeignet, dazu hätten sich andere Gelegenheiten gefunden." Der Redner spielt mit dieser Bemerkung auf die Bewilligung der Ausgleichsumme für den deposfedirten König von Hannover an, gegen die er gestimmt, die aber Herr v. Binke unterstützt habe, und fügt hinzu.- „Der Abgeordnete v. Binke macht gegen die Bewilligung ferner geltend, daß dadurch ein Staat im Staat hergestellt würde.... Ich gebe zu, daß durch Abzweigung wesentlicher Organe von der Centralgewalt die einheitliche Staatsidee alterirt werden kann; Niemand aber wird im Ernst behaupten wollen, daß das Chaussee-Bauwesen, das seiner Natur nach sich den lokalen Verhältnissen anpassen muß, zu denjenigen Zweigen gehöre, die nicht decentralisirt werden dürfen." . . . Ein Rede von Lasker läßt immer einen bedeutenden Eindruck zurück, und seine Argumentationen werden niemals ihren Einfluß verfehlen. Dazu stimmen auch in dem vorliegenden Falle die Rückblicke, die von folgenden Rednern aus 8*