Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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107 Sinne kennzeichnen, sich in allen Reden wiederfindet, die Laster über die vorliegende Materie des Justizetats hält. Wiewohl er in vier aufeinander folgenden Sitzungen acht mal aus der Tribüne steht, seine Ansichten vertritt und die Vorwürfe, „die es auf ihn regnet" abwehrte, weicht er nie auch nur um eine Linie von dem Unmuthigen, Schönen, dem Decorum des Ausdrucks, dem Stylvollen in der Haltnng, dem Sachgemäßen in der Ausführung ab. Denken wir dabei an die Unmittelbarkeit der Umgebung, vor welcher er spricht, an das Pathos, das sich leicht mit dem gesprochenen Worte verbindet, an die unmittelbare Eingebung des Herzens, an seine Ueberzeugung von der Wahrheit des Gesprochenen: so gewinnen wir unschwer eine Vorstellung von dem glühenden Colorit, das sich das eine oder das andere Mal über den Vortrag ausbreitet. Allein ist das ein Fehler, mit dem man „gute Vorschläge durch übertriebene Wärme des Gefühls verunstaltet?" Ist das nicht vielmehr der Vorzug eines Überzeugungstreuen Characters, der wohl irren kann, aber nicht unterdrücken, was er für wahr hält? Verdient Der nicht in erhöhtem Grade Anerkennung und Vertrauen, der aus dem Herzen schöpft, was der Mund ausspricht, der im Herzen läutert, was der Geist ersinnt, mit dem Herzblut wärmt, was überzeugend wirken soll??6vtu8 68t, quod disertum facit: Das Herz macht den Redner, die Wärme des Gefühls, der Glaube an sich, und gewiß, bewundern wir die Klarheit des Geistes, mit welcher Lasker überall das rechte Verständniß für die Dinge an den Tag legt: so verehren wir ihn noch wegen der Wärme seines Gefühls, wegen der Begeisterung, die sein Herz erfüllt, das Rechte zu thun, und dem ersten nicht mehr, als dem anderen schreiben wir die bewältigende Macht der Beredtsamkeit zu, welche Lasker besitzt, und der Ueberzeugung, welche er Andern mittheilt.