Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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85 dieses Zeugniß beruft er sich jetzt. „Wo es sich unr die Zukunft des Vaterlandes handelt, werde ich immer auf der Seite stehen, welche nach meiner Ueberzeugung die Interessen desselben fördert. Und selbst wenn der Strom der Gegenwart gegen uns gehen sollte, die Zukunft wird gerechter sein." In namentlicher Abstimmung erfolgte darauf die Annahme der Verfassung in erster Lesung mit 226 gegen 91 Stimmen. Am folgenden Tage, den 9. Mai, finden wir Lasker an der Spitze der Redner, welche an der Discussion Theil nabmen, die auf seinen Antrag über die Interpellation des Abgeordneten Aßmann eröffnet wurde, betreffend rie Versetzung des Vice-Präsidenten Oberg an dem ehemals hannoverschen Obergericht zu Stade als Bice-Präsident an das Appellations-Gericht zu Ratibor. Wie der griechische Held weit hinaus ruft in das Lager der Achäer, so ruft Lasker in das Land hinein, daß durch die geschehene Versetzung der Justiz-Minister über Recht und Gesetz hinweg geschritten sei. Es habe das Abgeordnetenhans in der Sitzung vom 5. Februar 1867 die Vorlage abgelehnt, Justiz-Beamte aus den neuen Provinzen in den alten anzustellen, die nicht die in den letzten vorgeschriebenen Prüfungen absolvirt und also durch das Gesetz sich dazu befähigt hätten. Damit sei die Sache entschieden und der Grund des Herrn Justiz-Ministers, durch die Versetzung eine Versöhnung mit den neuen Provinzen herbeizuführen, sei in keinerlei Weise berechtigt. Noch in derselben Sitzung gelaugt der von ihm eingebrachte und bereits am 17. Januar in der Vorberathnng angenommene Gesetzentwurf, „betreffend die Aufhebung der Beschränkungen des gesetzlichen Zinsfußes für Darlehen, zu deren Sicherheit unbewegliches Eigenthum bestellt ist" znr Schlnßberathung und wird mit großer Majorität angenommen. Als 21 Tage später, nachdem die. zweite Lesung der Verfassung des norddeutschen Bundes stattgefunden hatte, Lasker nach dem Schicksale dieses Gesetz- Entwurfes fragte, dessen Zustandekommen das Land mit