Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1869-01-01 · Heft 1 · page 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1869
Issue
Heft 1
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3138070-3138073-3138074--0925-3139015
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

32 Vor Laskers Geist lag die Enrwickelungsbahn des neuen, erweiterten Staates bereits klar vorgezeichnet; er begriff, daß die Dinge, einmal im Fluß gekommen, sich immer weiter ausdehnen, daß die Verhältnisse stärker sind, als die Personen, welche sie zu beherrschen meinen, und daß der preußische Staat, der durch die Machtereignisse und das Verständniß seiner Zwecke sich eine neue Stellung an der Spitze des deutschen Vaterlandes errungen hatte, neue Formen aus sich heraus erzeugen müsse, und dies schneller, energischer, kraftvoller, wenn die Regierung auf diesem Wege von der Landesvertretung unterstützt wird. Unstreitig war Laskers politische Thätigkeit jetzt bei einem Wendepunkte angelangt, jedoch nur in sofern, als er bisher ohne Aussicht auf Erfolg gekämpft im hartnäckigen Widerstreben eines ausdauernden, unbeugsamen Gegners; jetzt hingegen dieser Gegner theils aus politischer Nothwendigkeit, theils aus politischer Klugheit sich um die Bundesgenossenschaft der Volksvertretung bewarb und derselben dadurch das Gelingen ihres Strebens ermöglichte, die Aussicht eröffnete, dem Vaterlande eine wirksame, erfolgreiche Thätigkeit zu widmen. Diese Bedeutung gewann von jetzt ab Laskers , Wirksamkeit im Parlament. Mit dem Bewußtsein seiner unwandelbaren Ueberzeugungstreue tritt er in das neue Stadium der parlamentarischen Arena ein; wohl bewußt, daß noch viel zu kämpfen und zu streiten übrig sei, und fest entschlossen, diesem Kampf bei jedem dazu gebotenen Anlaß wieder aufzunehmen; aber gleichzeitig auch entschlossen, nicht ins Ungewisse hinein zu streben, sondern der Regierung seine Unterstützung zu leihen, so oft sie den Willen zeigt, positive Interessen des Landes zu fördern und concrete Resultate auf der Bahn des Fortschritts zu gewinnen. Wenn dieser Maßstab schon in der letzterwähnten Rede Laskers vorausgesetzt werden muß, so trifft er noch bestimmter in der Art und Weise zu, wie Lasker am 3. September die Jndemnitätsfrage behandelt. Die Regierung sucht die Indemnität nach in Bezug auf die Führung des Staatsbaushaltsetats seit dem Jahre 1862 und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.