Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Ministerwirthschafl das Gesetz zu überwuchern ansängt. Ich bitte Sie daher, nehmen Sie den Antrag der Commission an und wahren Sie so das Gesetz und die Würde des Gesetzes gegen die Eingriffe der Verwaltungs-Behörden". Der Commifsions-Antrag, welcher das Verlangen des Justiz-Ministers als nicht mit den Gesetzen übereinstimmend erklärte, wurde darauf mit großer 'Majorität angenommen. Am 7. April betheiligte er sich an den Verhandlungen über den Dispositionsfonds für allgemeine politische Zwecke, der meist zu Preßsachen verwendet wird, und den er im Sinne des Commissions-Antrages ablehnt, weil die Amtsblätter zur Aufnahme von Regierungsartikeln benutzt werden und ferner eine Verletzung der persönlichen Freiheil dadurch stattfindet, daß diese Blätter den Einzelnen zwangsweise aufgedrängt werden. Die Bewilligung wurde vom Hause versagt. Es ist charaeteristisch für den Redner, daß er keinen Augenblick den strengen juristischen Gesichtspunkt verläßt, und, wiewohl seine Vorträge meist ausgedehnt sind, dennoch niemals in den Fall kommt, durch gemüthvolle Beschauungen und weiche an das Herz gerichtete Erwägungen den stolzen Gang seines Verstandes zu unterbrechen. Lasker ist seines Sieges immer gewiß, er steht immer auf der Höhe scharfer Erkenntniß und verstandesmäßiger Wahrheit; wer ihm dahin nicht naturgemäß zu folgen im Stande ist, den zieht er wider seinen Willen zu sich hinauf durch das Mittel seiner correcten Ausdrucksweise, durch die Gewalt seiner glänzenden Beredtsamkeit, in der kein Wort überflüssig, kein Wort entbehrt oder anders gestellt werden zu können scheint. Diesen Eindruck macht Lasker, als er am 20. April bei den Verhandlungen über die Petition der 50 schlesischen Gutsbesitzer mosaischen Glaubens, betreffend die Mittragung der Baukosten der katholischen Kirchen und Pfarrgebäude, das später am 11. Mai in zweiter Abstimmung angenommene Amendement Kosch unterstützt, Inhalts dessen „die Petition der Staatsregierung mit der Aufforderung zu über-