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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 304

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 304)
Language
German
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310 Kämpfer hohe Achtung verdienten." Er erhielt auch alsbald von dem Fürsten den Auftrag, sich zu den Fremdlingen zu begeben und ihnen Frieden und Freundschaft anzutragen. Der Jude bestieg ein leicht^ Fahrzeug und befand sich bald in der Nähe des portugiesischen Geschwaders. Mit lauter Stimme rief er dem Steuermanne zu, daß er den Admiral zu sprachen wünsche. Gama hörte ihn an^ heuchelte anfangs Freundschaft und lockte ihn durch Schmeichelworte auf sein Schiff. Kaum aber hatte er sich seiner bemächtigt, und. in ihm den Juden erkannt, so ließ er ihn auf die Folter spannen und ihn so lange peinigen, bis der arme Jude endlich einwilligte, ihn auf seinen weiteren Fahrten zu begleiten. Fußfällig bat er Gama, gnädig mit ihm zu verfahren und mit thränenden Augen erzählte ex seine Lebens-- und Leidensgeschichte in folgenden kurzen Umrissen: Polen nenne ich meine Heimath. Als gegen die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts der damalige König dieses Reichs den allgemeinen Befehl ergehen ließ, daß alle Juden binnen dreißig Tagen sich zum Christenthume bekennen, oder, bei Strafe öffentlich verbrannt zu werden, die Grenzen Polens überschreitet sollten, hatte der größte Theil in treuer Anhänglichkeit an ihre Religion, das Loos der Auswanderung gewählt. Unter den Auswanderem befanden sich auch meine Eltern, welche den langgehegtem Wunsch in Ausführung brachten, in der heiligen Zionsstadt sich niederzulassen. Nach einigen Jahren begaben sie sich nach Alexandrien, woselbst ich meine Jugend verbrachte. Später führten mich Handelsgeschäfte nach Indien, wo ich das Unglück hatte, aufgegriffen und als Sklave verkauft zu werden. Meinen Herrn, den Statthalter von Goa, verlaffe ich sehr ungern; er hat mich stets freundlich behandelt und mir keinerlei Zwang auferlegt; da es aber die Nothwendigkeit erheischt, so will ich in portugiesische Dienste treten und treulich ausharren. Vasco da Gama bestand darauf, daß der arme Jude getauft wurde; er legte ihm den Namen Gaspar da Gama bei. Gaspar

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