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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 291

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 291)
Language
German
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296 Die Juden müssen nämlich 50 Ducaten jährlich für die Erlaubniß bezahlen, Wein, der den Arabern ein Gräuel ist, machen zu dürfen, die Reichen bezahlen 20 Silberstücke für jeden Cantar, die mittlere Klasse 16 und die arme ohne Unterschied, wenn sie auch nur von Almosen leben, 12. Die Steuereinnehmer haben sich von mir 40 Silberstücke für 24 Cantar bezahlen lassen wollen, ich beklagte mich darüber bei R. Obadjah, und er ließ seine Beschäftigung sogleich im Stiche, ging selbst zu den Einnehmern, und nahm 10 Silberstücke von ihnen und gab sie mir zurück. Er war sehr entrüstet über das ungerechte Verfahren gegen einen Fremden, der ganz verlassen dasteht, und sagte, die Leute gehören doch mir an, und ich muß mich ihrer annehmen. R. Abraham aus Messina und R. Mosche aus Burgo waren sehr erstaunt über die Gunst, die ich in den Augen R. Obadjah's gefunden habe, möge ihn Gott immer beschützen und seine Jahre in Fülle und Glückseligkeit verleben lassen. Jemsalem hat an 200 jüdische Familien, die sich von jeder Sünde fern hallen und mit großem Eifer Gottes Gebote erfüllen. Alles ohne Unterschied, reich und arm, versammelt sich am Abend, Morgen und Mittag, um die Gebete zu verrichten: es sind hier 2 gottesfürchtige Chasanim, die sehr andächtig vorbeten und jede Sylbe verständlich aussprechen. Die ganze Gemeinde beeilt sich, jeden Tag zweimal die Vortrüge des 80 jährigen Greisen Rabbi Secharja Sephardi, Gott segne ihn und seine Nachkommen, zu hören; er hält diese, um nicht dem Publikum lästig zu werden, nur eine Viertelstunde nach dem Morgen- und Abendgebete. Der hochgelehrte Rabbi Obadjah hält bloß 2 oder 3 mal im Jahre Vortrüge an Peflach, Schebuoth und Sukkoth, auch manchmal in den Bußetagen. Erst unlängst ließ er seine angenehme Stimme ertönen und sprach Worte des lebendigen Gottes; Alles, von Klein bis Groß, war anwesend, und alles war so ruhig, daß man keinen Athemzug hörte; ich will mich nicht einlassen, dessen Lob auszusprechen, denn von einem Manne, wie ich, der so niedrig und un-

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