Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 283)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Sohn eines Hundes; den Juden beleidigen sie nicht, ich mußte «ich um so mehr wundern, daß hier keine Juden wohnen. Wir nahmen zusammen ein Haus mit dem frommen angesehenen R. Joseph aus Saragofla, einem Sephardi, und blieben mit ihm und seiner ganzen Familie sieben Tage, bis wir uns entscheiden konnten, ob wir über Damascus gehen sollen oder über Sidon, welche Stadt blos eine halbe Tagereise von Beiruth entfernt ist, Und schon zum heiligen Lande gehört. Endlich entschloß sich 9t Josef, den Weg über Sidon zu nehmen; ihm schloffen sich der alte ehrwürdige Jekuthiel aus Viggasolo mit seiner Frau Nobila, R. Daniel aus Burgo 4) und noch mehrere Andere an. Da wir aber hörten, daß Corsaren sich da herumtreiben, so beschloß ich nicht mit ihnen zu gehen, rief. meinen Bruder Jekuthiel und wir wählten den Weg über Damascus, während jene über Sidon gingen. Der Statthalter^) wie auch die jüdische Gemeinde in Sidon machten den R. Josefs) den Vorschag, da zu bleiben, und. versprächen ihm 50 Ducaten jährlich, um mit seiner Familie hier leben zu können; sie drangen sehr in ihn, da zu bleiben, denn der Mann war sehr berühmt, und der Statthalter versprach sogar 20 Ducaten arrs seiner Tasche. Nun muß ich Euch mit zerknirrschtem Herzen den Unfall, der sich da ereignete, erzählen. Nach Sukoth stiegen R. Jekuthiel aus Viggasolo mit seiner Frau, der ausgezeichnete Jüngling Daniel aus Burgo, alle seligen Andenkens, mit noch andern Personen in ein arabisches Schiff7), um sich nach Jerusalem zu begeben. Ein gewaltiger Sturm erhob sich, als sie gerade vor Ako waren, und alle Juden, bis auf einen aus Sicilien, ertranken; als man diese Nachricht nach Saphet brachte, schickte man sogleich einige Männer aus der Gemeinde nach jenem Ortewo sie alle nackt am Ufer gefunden und daselbst begraben wurden. Wenn ich daran denke, wie Alt und Jung hier ins Grab gekommen, bevor der natürliche Tod sich eingestellt hat, muß mein Auge Bäche von Thränen vergießen, und mein Herz in tiefe Trauer verfallen; das Unglück würde auch uns betroffen haben, denn mein Bruder Jekuthiel hatte große Lust,