Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 260)
- Language
- German
- Belongs to
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264 schön sein und trägt viele herrliche Früchte, deren Gattungen man bei uns nicht -findet. Wo das Paradies eigentlich war, wissen sie nicht; sie säen im Monate Adar und ernten im Monate Kislev; die Regenzeit da ist von Pessach bis zum Monate Ab. Von da hat der ägyptische Fluß, Nil, seinen Ausgang, er schwillt im Monate Ab durch den großen Regen an; die Leute sind etwas schwarz. Sie besitzen nicht die talmudischen Bücher; alles was sie haben, sind die Werke des R. Jizchak Alfassi nebst Commentare zu denselben und die des Maimonides: die Bücher Maimonides kennt überhaupt jeder von ihnen, denn sie beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Studium derselben. Die Juden erzählten uns ferner, daß es allbekannt durch arabische Kaufleute geworden, daß 80 Tagereisen von ihnen in der Wüste der Fluß Sambation sein soll, der wie ein Faden das ganze Land umgiebt, und. wo Abkömmlinge Jacobs sich befinden; dieser Fluß schleudert Steine und Sand, und ruht nur am Sabbath, weswegen auch kein Jude hinüber kommen kann, denn sonst müßte 'er den Sabbath entweihen. Es ist traditionell bei ihnen, daß dort die Abkömmlinge Moses, alle rein und unschuldig wie Engel, wohnen; jenseits des Sambation sind die Kinder Israels zahlreich wie der Sand am Meere, wo auch viele Könige und Fürsten unter ihnen sind, aber sie sind nicht so rein und heilig, wie diejenigen, die vom Strome umgeben sind; die Juden von Aden erzählen dies alles mit einer gewissen Sicherheit, als wenn dieses so bekannt wie die Sonne wäre, und Niemand zweifelt an der Wahrheit dieser Erzählungen. Ein alter , aschkenäsischer Rabbiner, der hier (Jerusalem) geboren und erzogen worden, sagte mir, daß er sich aus-seiner Jugendzeit - erinnert, wie auch damals Juden aus Aden hieher gekommen sind und Alles buchstäblich, wie diese, erzählt haben. Die Juden von Aden erzählen ferner, daß die Jsraeliten, welche am Ende ihres Gebiets wohnen, von denen ich auch in meinem ersten Briefe geschrieben habe, daß sie heute im Kampfe mit dem Volke des Priesters Johann sind und daß man einige von ihnen gefangen nach Cairo brachte, von welchen ich Etliche mit eigenen Augen gesehen habe; diese Juden sollen