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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 259

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 259)
Language
German
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263 Am 28. Jjar, dem Sterbetag dieses Sephardi kommt man aus der ganzen Umgegend, Fackeln auf dessen Grab zu' brennen, nebstdem wird hier immerwährend ein Licht unterhalten. Die Araber verehren ungemein diesen Ort; es war hier viel Schmuck -aus Silber, und goldgewebte Gewänder, die, seitdem sich die Älten aus Jerusalem aller Stiftungsgeschenke bemächtigt hatten, verkauft worden sind; man kann sagen, daß sie gar nichts den Stiftungen gelassen haben. Was die Wunder, die den gewöhnlichen Naturgang geändert hätten, betrifft, so habe ich so was hier nicht gesehen noch davon gehört; man erzählte bloß, daß Kranke hier geheilt, und unftuchtbare Frauen mit Kindern gesegnet wurden, wenn sie für diesen Ort Geschenke machten. Ich hatte noch keine Zeit32) diesen Ort zu besuchen oder irgend anderwärts hinzugehen, seitdem ich hier angekommen bin, weswegen ich von der Umgegend der heiligen Stadt und anderen naheliegenden Provinzen nur vom Hörensagen zählen kann; man sagt, daß die Juden in Sapeth, im Dorfe Kane und überhaupt in in ganz Galilea ungestört und friedlich mit den Arabern leben; doch sind die Meisten arm und ernähren sich vom Hausiren, und viele gehen auf den Feldern umher, um sich die kümmerlichen Nahrungsmittel zu suchen. In Damascus hingegen, wie man hört, sollen die Juden reiche Kaufleute sein, und überhaupt soll es nicht sobald ein solch gesegnetes Land wie Damascus geben; es sind hier schöne Häuser und prächtige Gärten, wie man dergleichen anderwärts nicht leicht sieht. Die Luft hingegen soll hier nicht sehr rein sein und die Fremden, die dahinkommen, erkranken. Man kommt hierher aus Aegypten, Damascüs, Aleppo und anderen Oertern, um sich vor Gott in inbrünstigen Gebeten niederzuwerfen. Es kamen hier Juden aus Aden an; Aden soll das berühmte Land sein, wo der bekannte Eden sich befinden soll; es liegt südöstlich von Ethiopien. Diese Leute thaten sehr geheimnißvoll; sie erzählten, daß in jenen Provinzen viele und große jüdische Gemeinden wären, und daß ein arabischer König da'herrscht, der den Juden sehr günstig sein soll; die Gegend soll ungemein groß und

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