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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 254

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 254)
Language
German
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258 Loch, wo man ein Seil durchziehen kann. Man sagt, daß da die Stiere und Widder, die geopfert werden sollten, angebunden waren. Ueberhaupt findet man in der ganzen Umgegend Jerusalems, in Feldern wie auch in Weinbergen viele große, in einander laufende Höhlen. Auf dem Oelberge ist das Grab des Propheten Hagai, welches aus mehr als 10 Höhlen eine in die andere laufend, besteht; die Höhle der 70 Alten, die ungefähr 2000 Arme von Jerusalem oder etwas mehr entfernt liegt, ist prächtig; überhaupt kann man sagen, dgß sowohl in den Häusern als Feldern von innen und außen eine Unzahl von Höhlen vorgefunden werden. Die Siloah-Wasser fließen unterirdisch im Thale Josaphat; es ist eigentlich kein Strom, sondern fast eine Quelle, die jeden Morgen bis Mittag ungefähr anschwillt, dann abnimmt und unterirdisch unter dem Berge nach einem nahen Orte, wo sich jetzt eine große Ruine befindet, fließt; man sagt, daß dieses Gebäude von Salomo als' Münzgebäude erbauet wurde, jetzt wird es zur Gerberei benutzt. Das Thal Josaphat ist klein und zieht sich zwischen dem Tempel und dem Oelberge entlang; am Fuße des Abhanges des Tempelberges sind die jüdischen Gräber; die neuen sind am Fuße des Oelberges, das Thal zieht sich zwischen beiden Grabplätzen. Nicht weit von da ist das Monument Absaloms und das des Propheten Sacharin; am letzten Orte betet man an Fasttagen, und besonders am 9. Ab werden hier die Klagelieder recitirt. Der Oelberg ist hoch und wüste; man bemerkt kaum einen Oelbaum hier. Von da oben konnte man in der Ferne Sodom und Gomora, die jetzt einen Salzsee bilden, sehen; ich hörte von Leuten, die dort waren, daß man da überall auf dem Boden Salz fände. Von Lot's Frau wußte mir Niemand was zu sagen, denn es sollen dort eine Unzahl von Salzsäulen sein und man kann daher nicht unterscheiden, welche die der Frau Lot's ist. Der Berg Abarim, wo Moses begraben ist, ist sichtbar von Jerusalem. Die Gegend jenseits des Jordan's, als die Länder Reuben's, Gad's und Ascher's, und der Söhne Amon, das Ge-

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