Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 253)
- Language
- German
- Belongs to
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257 kämpft; man weiß, daß diese Leute die jüdischen Religionsgebräuche beobachten und man behauptet, daß es Nachkömmlinge von Rechab sein sollen. Auf den Tempelplatz darf kein Jude kommen; wenn die Araber manchmal Drechsler und Goldarbeiter, um dort zu arbeiten, -einlasien wollen, so will keiner hineingehen, da wir Alle mit Unreinheit behaftet sind. Ich weiß nicht, ob die Araber ins Allerheiligste kommen oder nicht. Ich habe mich auch nach dem Grundsteine erkundigt, wo die Vundeslade aufgestellt war, und man hat mir gesagt, daß er sich unter einer hohen und schönen Kuppel, die die Araber auf dem Tempelplatze gebaut hatten, befindet. Er ist in diesem Gebäude eingeschlossen und Niemand darf hineinkommen. Auf dem Tempelplatze ist großer Reichthum vorhanden, denn wie man hört, haben die Monarchen da immer Zimmer mit Gold belegt ausführen lassen, und der jetzt regierende König soll ein Gebäude mit Gold und Edelsteinen prachtvoll geziert, so wie es noch nie gebauet wurde, errichtet haben. Der Tempelplatz hat heute noch 12 Thore; diejenigen, die man die Thore der Gnade nennt, sind eisern und zwei an der Zahl, gegen Osten des Tempels und immer geschloffen. Man sieht dieselben nur zut Hälfte über den Boden hervorragen, die andere Hälfte ist in der Erde versenkt. Die Araber haben es mehrmals, wie man erzählt, versucht, dieselben herauszuheben, aber waren es nicht im Stande, zu thun. Die Westmauer, - wovon ein Theil noch heute steht, ist aus großen und dicken Steinen, wie ich deren noch nie bei einem alten Gebäude, weder in Rom noch in andern Ländern, gesehen habe, zusammengesetzt. An der nordöstlichen Ecke derselben giebt es ein Grundgebäude von sehr großen Steinen, ich ging da hinein und fand ein großes Gebäude auf dicken und hohen Säulen gestützt; der Säulen sind so viele, daß ich müde wurde, bis zu Ende dieses Gebäudes zu gehen, Alles ist da angefüllt mit Erde, die man von den Ruinen des Tempels hingeworfen hat; das Tempelgebäude steht auf diesen Säulen, und in jeder derselben befindet sich ein III. 17