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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 251

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 251)
Language
German
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255 webt Tag und Nacht, wenn er zu studiren aufhört, und durch sechs Monate hindurch hat er von Sabbath zu Sabbath kein Brod gekostet; seine Nahrung bestand' aus rohen Rüben und den Abfällen des von zuckerbefreiten Johannisbrodes, deren es hier eine Unzahl giebt, Jericho, die Palmenstadt, soll nach der Aussage eines glaubwürdigen Mannes, von Jerusalem nur eine halbe Tagereise entfernt sein; jetzt sollen in Jericho kaum drei Palmenbäume vorhanden sein. Jetzt, wo die Weizenernte vorüber ist, ist die Hungersnoth zu Ende, die Fülle ist wieder gottlob vorhanden; ich habe hier in Jerusalem verschiedene Arten Früchte gesehen, die man in unserer Gegend nicht findet. Es giebt einen Baum hier, dessen Blätter länglich find und mehr als manneshoch ist, und nur einmal Früchte trägt; sodann verdorrt er und an dessen Wurzeln entsteht ein anderer Ähnlicher, der im nächsten Jahre wieder Früchte trägt, und so wiederholt es sich. Die Beeren sind hier größer als in unserer Gegend; man findet hier aber weder Kirschen, noch Haselnüsse, noch Kastanien; alle Lebensmittel: als Fleisch, Wein, Oliven und Sumsumöl find hier sehr billig zu haben. Das Land ist heute noch vortrefflich, aber es ist nicht möglich, einen Erwerbszweig durch irgend eine Wissenschaft oder Kunst sich zu gründen, wenn man nicht Schuster, Weber oder Goldarbeiter ist; selbst diese erwerben ihre Nahrungsmittel mit vieler Noth. Man findet in Jerusalem immer verschiedene Nationalitäten, aus den christlichen Ländern, aus Babylonien und Abessynien; die Araber kommen häufig nach dem Tempel, um hier ihr Gebet zu verrichten; sie halten diesen Ort in großen Ehren. Ich habe mich nach dem Sambation erkundigt, und ich höre von einem, der es ebenfalls nur gehört hat, daß einer aus dem Reiche des Priesters Johann gekommen sein soll, und erzählt hatte, daß es dort hohe Berge und auch Thäler giebt, die sich zehn Tagereisen lang hinziehen sollen, und wo mit Gewißheit Abkömmlinge Israels wohnen. Sie haben fünf Fürsten oder Könige, und mehr

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