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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 248

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 248)
Language
German
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nnb Silber-Diademe nicht mehr vorhanden sind, denn dies Alles haben die Alten verkauft, und damit nach Willkühr verfahren. Die Synagoge hier ist auf Säulen gebaut, sie ist länglich, eng und finster; das Licht fällt blos von der Thüre ein; in ihrer Mitte befindet sich ein Brunnen. Im Hofe der Synagoge, ganz nahe an derselben, steht eine Moschee; dieses Gebäude hat nämlich einem Juden gehört, der, nachdem er manche Streitigkeiten mit den Juden hatte, Muselmann geworden ist. Als nun die Mutter sah, daß ihr Soh^ durch die Kränkungen, die ihm die Juden angethan hatten, renegirte, hatte sie ihr Haus, welches im Hofe der Synagoge stand, zu einer Moschee hingegeben, um sich an den Juden zu rächen. Diese Geschichte hat viel Uebel angerichtet, die Synagoge wurde zerstört, und die Juden büßten ihr Vermögen ein; beinahe wäre es einem Juden nicht mehr gestattet worden in Jerusalem zu wohnen, wenn nicht Gott ihnen Gunst und Gnade bei dem Könige und der Landesobrigkeit verliehen, von denen angeordnet wurde, die Synagoge aufzubauen 26) und sie noch schöner als die vorige herzustellen. Der Synagogenhof ist sehr groß, es stehen viele Häuser darin, welche alle aschkenasische Stiftungen sind, und worin aschkenasische Wittwen wohnen; überhaupt gab es in der jüdischen Sttaße hier viele Höfe, die den Stiftungen gehörten, welche aber die Alten verkauften, so daß fern einziger mehr übergeblieben ist. Jedoch die Stiftungen der Aschkenasim konnten sie nicht verkaufen, da diese nur speziell für Aschkenasim waren, und kein anderer Arme daran Theil hatte. Die Judenstraße unb deren 'Wohnungen sind lehr groß; die Juden wohnen auch auf Zion;^. früher hatten sie noch mehr Häuser, die aber jetzt Schutthaufen sind, und die nicht wieder aufgebaut werden dürfen, denn so ist das Landesgesetz, daß «n Jude sein eingefallenes Gebäude nicht ohne Erlaubniß wieder aufbauen dürfe. Die Erlaubniß aber kostet manchmal mehr, als das ganze Haus werth ist. Die Häuser in Jerusalem haben steinerne Dächer und man sieht keines aus Hotz. Auch vorttesfliche Einrichtungen findet man da; die täglichen Gebete, die dem Gotte Israels wohlgefällig sein müssen, fand ich inJerusalem, so

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