Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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106 Selaim eine gewisse Art von Stateren, deren 8 für einen (Gold-) Denar zu haben seien: der Schekel wäre hiernach gar nur 3Vs Denare gewesen. 5. Nach R. Jochanan ebendaselbst habe man den (Gold-) Denar des Hadrian Trajan*) für 25 Sus (Denar) erhalten, und *) Grätz in seiner Geschichte 4, 514 hat gut erkannt, daß hier Trajan bloß der Adoptivname des Hadrian ist, wie denn Hadrian auf seinen Münzen gewöhnlich beide Namen hat. Allein seiner Annahme, Laß in dem dahinterstehenden schaifa oder weiter unten schaiafa iltßäarbq stecke, wird schwerlich Jemand beipflichten. Dafür erklärt Levy S. 129 dieses Beiwort durch woh'lpolirt, glatt, glänzend, umgeprägt, Trajan nämlich habe die im römischen Reiche cursirenden Silbermünzen umprägen lassen, und vermuthlich auch solche, die mit dem Gepräge „Jeruschalem" versehen waren, daher dort gesagt sei, die Juden hätten wegen dieses (neuen) Gepräges sie verpönen wollen. Aber wie künstlich gelangt Levv dazu, dem sebaika die Bedeutung umgeprägt zu vindiciren! und diese Umprägung erfolgte ja durch Trajan, nicht durch Hadrian! Zwei andere seltsame Erklärungen dieses Wortes mag man bei Zuckermann S. 20 nachlesen, eine eigene und eine der Geonim. Ich versuchte daher, mir das Wort aus B. kainma 98, a zu erklären, wo dasselbe Verbum mit rnatbea verbunden bedeutet: einer Münze das Gepräge rauben, durch Hämmern darauf oder durch eine Feile; schon R. Tam erklärt es ähnlich. Doch warum hätte man grade bloß die „abgeriebenen" Hadriansmünzen verpönen wollend Ich ziehe es daher vor, schaifa (oder schifa, wie dafür Ab.-sara 52, b stehet) für dieselbe Verwünschung zu nehmen, welche in schechik tamja und schechik azamot grade dem Hadrian Beresebit rabba K. 78. Wajikra-rabba K. 18 und 25 sowie Echa-rabbafci 76, b zuertheilt ist; sebechik ohne tamja oder azamot kommt auch im Midrasch Ester 119, d vor, und scbof wie scbaf in der Bedeutung zermalmen zeigt das Targum zu 2. Mos. 32, 20. Ps. 89, 24. 94, 5, ja zu Jjob 14, 19 stehet grade dieses Verbum für das ibräische sebaebak. Das Motiv für die beabsichtigte Verpönung grade der Hadrians-Denare, natürlich nür der in und um Palästina cursirenden, finde ich darin, daß diese gewiß zum Theil von damals den Juden geraubtem heiligen Gelde geprägt waren; daß mipne tibab scbel Jeruscbalajim weiter nichts besagt, namentlich nicht eine Urgirnng des „Jeruschalemer Gepräges" erlaubt, zeigt sowohl das dort Nächstfolgende wie das parallele mipne caspah usehabah schel Jer, vorher.