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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 86

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 86)
Language
German
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86 von mir abzuwälzen, damit sie nicht Zeit hätte, in die Herzen Eingang zu finden; endlich verlangt der Gegenstand nichts Anderes, als ein aufrichtiges Bekenntniß meines Glaubens an Gott und an das heilige Gesetz, das er mir gegeben. Lies daher aus bloßer Neugierde diese kurze, jedoch nothwendige Vertheidigung, urtheile zwischen mir und meinem Ankläger, sprich eine schuldlos Verleumdete frei, entferne den Verleumder aus Deiner Nähe und lebe glücklich." Das Schriftchen hatte sie ihrem Vater, dessen Verlust sie täglich beweinte, und den sie zum Zeugen ihres Kampfes für den heiligen Glauben herbeirief, gewidmet. War ja doch gerade der Glaubenssatz, den sie vertheidigte, ihre schönste Hoffnung, den theuren Verklärten dereinst im Geiste wieder zu sehen. Wahrhaft rührend sind diese kindlichen Worte der Widmung. Sio lauten: „O du, mein Vater, der mir das Dasein gegeben und stets so zärtlich gegen mich gewesen bist, du, der deiner irdischen Hülle beraubt, bei den verklärten Geistern wohnest, Deinem Andenken widme ich diese kleine Gabe, da dir der Ruhm, wenn etwa ein solcher damit verbunden, gebührt und dich trösten mag, daß Du keinen Sohn hinterlassen, der Deinen Namen trägt. 'Diese Schrift sei ferner ein Pfand des kostbaren Andenkens an Deine unaussprechliche Zärtlichkeit, die Du stets gegen mich gehegt hast. Nimm daher diesen schwachen Beweis kindlicher Liebe aus der Hand derjenigen an, die dir einst so theuer war. Wenn mir Gott noch einige Tage des Lebens und'der Gesundheit schenkt, um den Gaben, die er mir ertheilt, ein wenig Geltung zu verschaffen, so wird der Name meines Vaters und der meinige mit einander in der Nachwelt fortleben." Dann wendet sich Sara, wie es für einen so ernsten Gegenstand würdig ist, in Form eines Sonetts, im Gebete zu Gott; „O Herr, der du mein Herz kennst, du weißt, daß mich anderes Verlangen treibt, als gebrechliche Ehre, zum Gebete und zum Thränenerguß vor dir. O wende deinen Blick mir zu und sieh, wie viele Pfeile ruchloser Neid auf mich entsendet; entferne die Finsterniß des Irrthums aus den verblendeten Herzen, der Ruchlose rühme sich

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