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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 83

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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83 Freundschaft die uns vielleicht einige Berühmtheit bei den Menschen erwerben wird, uns dazu diene, in den Besitz des wahren Ruhmes in der Ewigkeit zu gelangen." Auch nicht den geringsten Erfolg hatten alle diese Versuche, Sara stand in Bezug ihrer Bekehrung gerade auf demselben Punkte, wie beim Beginne des Briefwechsels; in beredten Worten vertheidigte sie den Glauben Israel's durch das Wort der heiligen Schrift und nicht selten durch die des Aristoteles; wiewohl sie oft mit Thränen an sein Leid denke, das sie nicht theilen noch erleichtern vermöchte, so wollte sie doch da das Grab haben, wo ihre Wiege gestanden. Als sie einst seine Dichtungen mit Amphion und Orpheus verglich, schrieb er ihr in Versen: „Mit den süßen Klängen seiner Leier lockte Amphion die Steine an sich, Orpheus rührte wilde Thiere.. Sara, welchen Vergleich stellst Du zwischen mir und jenen Sängern an, wenn ich Dich doch nicht bewogen und dahin gebracht habe, den Gott anzubeten, welchen ich anbete? Ach, sie vermochten mehr als ich; wenn sie nicht mehr vermöchten, so übertriffst Du an Härte das Gewild und die Steine."13) Dieser Brief blieb lange ohne Antwort, da eine schwere Krankheit, die Folge verschiedener Auftegungen und anhaltenden Studiums, sie einige Zeit an's Krankenbett gefesselt, und als sie ihrer Genesung entgegen ging, war ihr Geist und ihre reine Seele gleichmäßig stark gegen so manche Mißgeschicke, die jetzt über sie hereinbrachen. Ihr theurer Vater war ihr geraubt worden, ehe er sein liebes Kind ganz glücklich wußte und Anfeindungen im Schooße der jüdischen Gemeinde (1622) verbitterten ihr die Beschäftigung mit den Werken, die ihr sonst so viele Geistesfrische und so reichen Genuß geboten hatten. Ihr erworbener Ruf, der Umgang mit hochstehenden Personen, ihr Briefwechsel mit berühmten Gelehrten fand viele Neider, und da ihre Sittenreinheit und ihr tadelloser Wandel keinen Vorwand zur Verleumdung bot, so sprengte man aus, daß sie das jüdische Gesetz nicht beachte und nicht mehr an den göttlichen Urspmng deffelben glaube. Diese so ganz aus der Lust gegriffene Anklage schmerzte sie tieft Es wurde ihr nicht schwer, dieselbe zu 6*

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