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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 82

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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82 seinen Briefen an Sara seinen Lieblingswunsch nach so vielen vergeblichen Mühen vorbringt; im Bewußtsein des nahen Todes fürchtet er, im Jenseits sie nicht wieder zu sehen, er wollte gerne sterben, wenn er die Hoffnung mit hinüber nähme, sie im Himmel einst erblicken zu dürfen. Ich will Sie, meine verehrten Anwesenden, nicht lange mehr mit den schwärmerischen Ausbrüchen der Zärtlichkeit und der Besorgniß des Kranken um der Freundin Seelenheil unterhalten, doch kann ich nicht umhin, einige Stellen zum Schluß der mehrjährigen Correspondenz Ihnen mitzutheilen, weil sie das Bild des wackern Weibes uns in's rechte Licht stellen, und wir auch sonst so wenig aus anderweitigen Quellen von ihr wissen. So heißt in einem Briefe gegen Ende von Ceba's Leben: „Sie sind jung, und darf ich jenen Glauben schenken, die Sie gesehen haben, noch schöner, als Ihr. Bild, Sie haben eine edle Seele, ein großmüthiges Herz und einen klaren durchdringenden Verstand; Sie streben nach dem Erhabenen und als Krone des Glücks ist Ihnen noch die Gabe der Musen geworden. Nur Mißtrauen gegen mich selbst ist die Ursache, deß dürfen Sie versichert sein, daß ich, so schwach und niedergegebeugt ich bin, mich damit begnügen muß, Sie blos gemalt zu sehen; allein Gott möge es verhüten, daß meine Liebe zu Ihnen sich ein anderes Ziel setzte, als den Ruhm Ihres Namens und das Heil Ihrer Seele. Der Herr ruft mich zu sich auf dem Wege der Drangsale, und in der Religion, die ich bekenne, ist das der sicherste Weg von Allen, um diese Lebensweise zu einem guten Ende zu führen .... So schwer übrigens mein Kreuz sein mag, ich bin entschlossen, es bis an's Ende zu tragen. Sie könnten seine Last lindern, wenn Sie aufhörten, mir zu schreiben; wenn ich aber Erleichterung nur auf Kosten Ihrer Ruhe und Ihres Glückes erlangen sollte, so schreiben Sie mir, so oft Sie wollen. Versuchen wir, meine theure Sara, Alles, was in unsern Kräften liegt, um unsere Seelen zu retten; machen wir, da es uns hienieden blos vergönnt ist, einander im Bilde zu sehen, uns des Glückes würdig, einst uns wieder zu erkennen, wenn wir im Paradiese leben, damit unsere

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