Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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76 war, der biblischen Geschichte, den Helden des Volkes Israel zu^ wie denn wiederum auch die Juden jener Zeit diese Neigung theilen, Usque's Drama, Esther, und Usieli's Epos, David, ist schon früher gedacht worden, hier sei noch daran erinnert, daß Elias Levita das Buch Hiob (gedruckt Venedig 1544) versificirte8), so wie Mose ben Abraham Catalano die Klagelieder (1615) v). Ansaldo's Werk rief sogleich bei seinem Erscheinen, der Neuheit des Stoffes wegen, die ganze Schaar der Kritiker heraus; die Einen überschütteten ihn mit ungetheiltem Lobe, die Anderen mit eben so heftigem Tadel. Zu den aufrichtigsten Bewunderern dieser poetischen Erscheinung gehörte auch Sara Sullam. Auf ihre lebhafte Einbildungskraft hatte schon die W a h l des Stoffes den größten Eindruck gemacht. Sie die auf den Höhen der Wissenschaft und Kunst stand, die ihren Werth von einer urtheilsfähigen Umgebung anerkannt fand, konnte die Zurücksetzung, welche ihre Glaubensgenoffen, oder vielmehr ihr Glaube fand, nicht leicht verschmerzen. Das Lob und der Preis einer Glaubensheldin der Vorzeit ihres Volkes, schien ihr ein Lobgedicht auf ihren Glauben selbst zu sein. Die Hand, welche die Saiten zum Ruhmesgesang der Königin Esther rührte, sollte, so dachte sie, nicht alsbald die Lyra niederlegen, ihre Saiten müßten noch oft zum Preise der jüdischen Helden erklingen. Darum schrieb sie, die nicht ganz unbekannte Dichterin, dem Dichter Ansaldo Ceba im Anfang des Frühjahrs 1618 einen Bries, überfließend von Dank für sein Epos. Sie habe - es oft gelesen, am Tage verlasse es sie nicht, und des Nachts lege sie es unter ihr Kopfkiffen, um es beim Erwachen wieder zu lesen. Dieser Brief voll liebevoller Anerkennung, dessen Stil von einer gewandten Feder und gereiftem Denken zeugte, verfehlten nicht, auf den Dichter den lebhaftesten Eindruck zu machen, er bildet den Anfang eines lebendigen Gedankenaustausches, der mit wenigen Unterbrechungen bis zum Tode Ceba's währte. Gleich nach Empfang dieses ersten Schreibens ergriff den Dichter der Gedanke mit aller Lebendigkeit, diese schöne Seele, nicht für sich, sondern, wie er ^glaubte, für den Himmel zu gewinnen. Die Bekehrung Sara's