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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 39

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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38 dem Rettung gebracht. In diesem Sinne vermochte bei einem spätern Anlasse (4. Mos. 11)-der göttliche Mann mit gerechtem Unmuthe dem gierigen Volke einzuhalten: „Fürwahr, daß sechsmalhunderttausend am Leben ihr zählet, daß sie nicht dem Mutterschooße kaum entkommen, des Nils Beute wurden, dies geschah meinetwillen, es war die Folge, daß man mich den Wellen preisgegeben wähnte!" Nach Verlauf von zwei Jahren, da der Knabe für sein Alter ungewöhnlich groß und stark war, entwöhnte ihn Jochebed und brachte ihn der Königstochter. Bithja, von der Schönheit und Anmuth des Knaben entzückt, gewann ihn nun noch mehr lieb als früher, nahm ihn an Kindesstatt an und nannte ihn, im Hinblick auf feine Errettung aus dem Waffer: Moses (Moscheh, der aus dem Wasser Errettete). Und eine göttliche Stimme ward vernommen, ausrufend: „Pharao's Tochter! Des ftemden Säuglings erbarmtest Du Dich, nanntest ihn Deinen Sohn, darum seiest Du meine Tochter!" (Bithja, Tochter Gottes) genannt, den Pflegling aber, den Du erzogst, nenne ich, wenn einst mein göttlicher Ruf an ihn ergeht, nicht anders als Moses, wie Du ihn nannthst, so viele Namen auch Eltern, Verwandte und Volksgenossen ihm sonst noch beilegen!" Damit aber der kleine Moses am königlichen Hofe wirklich für den Sohn Bithja's gehalten werde, hatte diese sich schon einige Zeit vorher gestellt, als wäre sie guter Hoffnung. Jetzt ward Moses mit den königlichen Prinzen gemeinschaftlich erzogen, seine Pflegemutter herzte und küßte ihn stets und ließ ihn nicht aus dem königlichen Palaste. Wegen seiner ungewöhnlichen Schönheit begehrten Alle ihn zu sehen, und wer ihn einmal anschaute, konnte sich von ihm nicht trennen. So fiel es vor, daß, wenn der Knabe umher getragen wurde, Viele ihre Geschäfte liegen ließen, um sich an seinem Anblicke zu weiden, selbst die für Schönheit sonst Unempfindlichsten wurden von des Knaben Holdseligkeit, von seinem ebenmäßigen Wüchse gefesselt. Doch nicht blos durch körperliche Vorzüge zeichnete Moses als klei-

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