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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 38

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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37 terner Rede also beginnend: „ Hohe Fürstin! vergeblich ist Dein Mühen, diesem Knaben eine Amme zuzuführen, wenn sie nicht seines Volksstammes ist. Wolltest Du aber eine Hebräerin dazu ansersehen, da würde es Dir vielleicht gelingen, daß er an ihrer Brust sich nähre." Dem Vorschlage Mirjams Beifall zollend, gebot ihr die Fürstin, sogleich eine Amme hebräischen Stammes zu holen. -Geflügelten Schrittes, einem rüstigen Jünglinge gleich, eilte das Mädchen von dannen und rasch bedeutend, daß ihre Mutter von Niemandem hier gekannt sei, brachte sie diese herbei und stellte sie der Fürstin als hebräische Amme vor. Willig nahm nun der Kleine sogleich Nahrung und klammerte sich an der Mutter Brust. Verwundert hierüber brach die Königstochter, gleichsam unbewußt, die Wahrheit sprechend, in folgende Worte an Jochebed gerichtet aus: „Hier ist was Dein ist (das Dir so anhängt wie das Deine), säuge diesen Knaben fortan, Deinen Lohn, täglich zwei Silberlinge, erhältst Du von mir!" Und- Jochebed that nach dem Geheiße der Fürstin, höheren Lohn aber darin findend, den Sohn erhalten und ihrer mütterlichen Pflege übertragen zu sehen! So vergilt der Allgütige den Edlen und Gerechten! Mit Lebensgefahr hatte Jochebed als Hebamme dem Ansinnen Pharao's getrotzt und die Neugeborenen am Leben erhalten (s. d. ersten Abschn.), nun sollte ihr die Genugthuung werden, daß sie den eignen Sohn aus den Händen der Tochter jenes Wüthrichs wieder erhielt und von dieser für desien Nahrung und Wartung sogar noch Lohn empfing. Noch an demselben Tage aber begaben sich die Wahrsager und Sterndeuter wieder zu Pharao, die frohe Kunde ihm bringend, daß jener Knabe, von dem sie geglaubt, er werde einst das israelitische Volk befreien, nun im Wasser seinem Verhängnisse erlegen und nun nicht mehr zu fürchten sei. Und so ward der grausame Befehl, die Kinder männlichen Geschlechts allesammt in den Strom zu werfen, zur selbigen Stunde zurückgenommen. Das wunderbare Geschick hatte sonach nicht blos jenem Säugling selbst, sondern allen Neugebornen in Aegypten seit-

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