Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Willst du meinem Rathe folgen, so laß ab von den Hebräern, thue ihnen Nichts zu Leid. Schon seit grauer Zeit hat ihr Gott Gefallen an ihnen gefunden und stets sie beschützt. Wer Hand an sie legt, bleibt nicht ungestraft. Weißt du nicht, mit welchen Plagen t>em Vorfahr einst heimgesucht wurde, da er die Gattin ihres Urahns Abrahams in seinen Palast nahm? Nicht besser erging es dem König von Gerar. So ward auch ein anderer ihrer Urvater, Jakob, aus den Händen seines ihn verfolgenden Bruders errettet. Nichts vermochte der aramäische Laban, nichts die Fürsten Kenaans Hegen ihn auszurichten. Der König dieses Landes sogar — dein .Großvater — sah sich veranlaßt, Joseph zur höchsten Würde zu erheben, dessen Weisheit erkennend, womit er Aegypten vor Hungersnoth bewahrte. Deshalb wurden doch den Hebräern sichere Wohnstätten im Lande Gosen angewiesen, weil Aegypten ihnen seine Erhaltung verdankt. Darum verfolge die Jsraeliten nicht weiter. Stehet ihr Aufenthalt im Lande dir nicht an, so gewähre ihnen freien Abzug, entlasse sie nach dem Lande Kenaan, wo ihre Väter weilten." Doch nicht fanden solche Worte Eingang bei Pharao, sein Zorn entbrannte vielmehr aufs höchste. Reuel ward sofort aus dem Rathe gewiesen und verließ Aegypten zur selben Stunde nach seinem , Vaterlande Midian heimkehrend. „Jjob aus Uz, gieb du nun deine Meinung kund! rief jetzt der König, was mit den Hebräern beginnen?" Jjob öffnete nicht seine Lippen, schweigend vielmehr deutete er an, der König möge ganz nach eigenem Ermessen verfahren. (Ob dieses verhängnißvollen Schweigens ward er von dem Allerhöchsten zu jenen körperlichen Schmerzen verdammt, die er spater erlitt.) Da erhob sich Bileam wiederum und sprach: „O mein König, du hast wahrgenommen, wie alle Versuche, den Hebräern beizukommen, bis jetzt scheiterten. So wird es auch ferner der Fall sein, wenn du meinem Rathe nicht folgest. Glaubst du etwa durch Feuer sie vertilgen zu können? da täuschest du dich, mein Fürst; blieb ja Abraham, ihr Ahn, selbst im Feuerofen, worin jener König