Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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24 von Babylon ihn werfen ließ, unversehrt! Willst du sie mit dem Schwerdte, mit Stahl und Eisen todten? Bedenke, daß auch von solchem Tode einer ihrer Urväter, Jsaak, -gerettet und statt seiner ein Widder hingeopfert wurde! Wähnst du < mit Steinen sie todt zu werfen? Auch dieß wird dir nicht gelingen, denn sie sind Söhne Jakobs, dessen Macht einem Felsen gleicht (1. Mos. 49, 24). Eben so wenig werden die schwersten und härtesten Arbeiten sie aufreiben, ihr Vater Jakob, so sehr auch Laban ihn knechtete, unterlag nicht! Nur ein Mittel giebt's, die Hebräer zu vernichten. Gieb sie dem Massertode preis! Keiner ihrer Altvorderen ward vorn Wasser noch errettet! Des Himmels Ahndung ob solcher That hast du auch dann nicht zu fürchten, denn eine solche Ahndung erfolgt nur Maaß. für Maaß. Mit Wasserfluth aber werden die Irdischen nicht mehr heimgesucht, so lehrt uns seine alte Ueberlieferung. Darum befiehl, o König, daß alle neugeborenen Knaben der Hebräer in den Fluß geworfen werden!" Der König zögerte nicht, einen solchen Befehl alsbald zu erlassen. Um aber dessen ungeschmälerte Ausführung zu sichern, durften von nun an bloß Aegypterinnen' Hebammendienst bei den hebräischen Frauen verrichten; selbige hatten die Entbindungszeit der Hebräerinnen sorgfältig zu erforschen und auf die Leibesfrucht zu sehen, daß kein Knabe am Leben bleibe. Wer diesem Gebote zuwider handeln und einen Neugeborenen heimlich am Leben erhalten würde, sollte mit seiner ganzen Nachkommenschaft getödtet werden. Um die Schwangerschaft der Hebräerinnen zu ermitteln, wurden sogar ägyptische junge Söhne in die Badeanstalten gesendet, damit sie die dort badenden hebräischen Frauen beobachten und darüber Anzeige erstatten mögen! Wie schrecklich mußte dieß den Hebräern sein! Nicht bloß. der Kinder sollten sie beraubt werden und die Eltern selbst ihre eignen Sprößlinge dem Tode zuführen müssen, auch die baldige Auflösung ihres ganzen Stammes sahen sie vor Augen! In solch trostloser Lage trennten sich Viele von ihren Frauen; Andere thaten dies nicht, auf Gott vertrauend, daß er ihr Geschlecht nicht werde