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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 5

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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(welche im vollen Sinne des Wortes bestimmt ist, eine Lücke auszufüllen), wie es Dr.. Beer vermochte. Er besaß ein umfassendes Gedächtniß, ausgebreitete Kenntnisse auf dem Gebiete jüdischer Wissenschaft, verbunden mit Bibel-, Talmud- und Midraschkunde. Dabei war er ein echter deutscher Gelehrter voll Gründlichkeit, und mit den ernstesten Studien beschäftigt, bewahrte er sich dennoch ein offnes Auge und einen offnen Sinn für alles Schöne. Die Krümmungen, in die sich oft der forschende Geist versenken muß, thaten der graden Richtung seines Denkens keinen Eintrag. Er verstand es hell, klar, durchsichtig zu schreiben, keine Spur von dem Schweiße des Verfassers war an der Arbeit sichtbar. Ueberdies besaß er ein kindlich reines Gemüth und wußte manche talmudische Sagen und Legenden, welche von unlautern Lippen erzählt, keusche Ohren beleidigen würden, in dem Tone biblischer Naivetät darzustellen, so daß das unschuldigste Gemüth sie wie ähnliche Stellen in der Bibel liest. Wir behalten uns vor, an einem andern Orte Einiges zur Charakteristik des zu früh Verklärten mitzutheilen, ohne auf das Biographische einzugehen, da eine berufene, würdige Feder, die des Herrn Seminardirektors Dr. Frankel in Breslau, ehemaligen Oberrabbiners in Dresden, dieses Amt bereits" übernommen hat. Derselbe veröffentlicht in seiner Monatsschrift (begonnen im Februarheft des Jahrg. 1862, S. 41) unter der Ueberschrift: Dr. Bernhard Beer, ein Lebens- und Zeitbild, eine Biographie, welche hoffentlich durch einen Separatabdruck dem großem Publicum zugänglich gemacht werden wird. Vielleicht würde auch Schreiber dieser Zeilen nicht ganz objectiv schildern können, da er in dem Verewigten einen Freund und zweiten Vater verloren hat, er erlaubt sich daher hier das Urtheil einiger berühmter Männer den Lesern dieser Blätter zu übergeben. S. Munk in Paris schreibt an einen Freund, als er die traurige Nachricht erfuhr: „Nur drei- oder viermal in meinem Leben war es mir gegönnt, mich einige Zeit mit dem edlen Manne zu unterhalten, doch dies war genug, um ihn als Menschen und Jsraeliten zu würdgen. Den Gelehrten habe ich mit Vielen unter uns

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