Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Vorwort Eigenthümliche Gefühle durchströmen uns, wenn wir vor dem unvollendeten Kunstwerke eines begabten Meisters stehen, xxi den Genuß mischt sich das Gefühl der Trauer und Wehmuth, wir bedauern, daß es dem Meister nicht gegönnt war, sein Werk zu vollenden. Wir haben dem geehrten Leser ebenfalls das unvollendete Werk eines Meisters vorzuführen, das ähnliche Gefühls, wie die eben geschilderten, anzuregen im Stande ist. Wir bringen das Schwanenlied des zu früh dahingeschiedenen Dr. Bernhard Beer, ein Bruchstück vom Leben Mosis nach der Auffassung der jüdischen Sage. Dasselbe bildet die Fortsetzung vom Leben Abrahams, welches in den weitesten Kreisen Anerkennung gefunden und welchem die hervorragendsten Männer der Wissenschaft Beifall zollten. Dem Leben Mosis sollte sich das -Leben Davids anschließen und so Abraham, Moses und David eine Trilogie bilden. Der geneigte Leser wird finden, daß dieses Fragment vom Leben Mosis vollendeter in Form und Darstellung ist als das Leben Abrahams, und ist es doppelt zu bedauern, daß es dem Verfasser nicht beschieden war, das Werk, an welchem er mit so vieler Freude arbeitete, zu Ende zu führen. Der Gedanke, dieses Werk von einem Andern fortsetzen zu lassen, wurde bald aufgegeben. Was von dem Einen begonnen, kann kaum oder gar nicht von einem Andern, und wäre dieser selbst ein Meister, vollendet werden, ohne daß dem Werke dadurch erheblicher Abbruch geschehen würde. Schon die alten Weisen bemerken: „Zwei Propheten weissagen nicht in gleicher Weise." Wenige sind auch in dem Maße berufen, eine derartige Arbeit zu übernehmen x*