Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 273)
- Language
- German
- Belongs to
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255 Beweisführung Platz finden u. s. tt>." als wenn ich dies in Betracht meiner Gründe gesagt hätte, weil fie Dir nicht sogleich genügten, was von mir weit entfernt ist: auf Deine eigenen Worte bezog ich mich: „und wenn es einmal nach einer langen Prüfung geschieht, daß meine natürliche Erkenntniß mit diesem Worte entweder zu streiten scheint, oder weniger gut u. s. w., so hat dieses Wort bei mir so viel Ansehn und Gewicht, daß wir die Vorstellungen, welche ich mir als klar einbilde, vielmehr verdächtig sind u. s. w." So habe ich denn nur Deine Worte kurz wiederholt wenn ich sagte : „bei Dir könne u. s.w."j, und glaube deshalb nicht, eine Ursache zum Zorne hiermit gegeben zu haben, um so mehr, da ich jene nur anführte als einen Beweis, durch den ich die große Verschiedenheit unsrer Meinung zeigen möchte. Dann, weil Du gegen Ende des zweiten Briefes geschrieben, Du hoffest und wünschest nur, im Glauben und in der Hoffnung zu verharren, und daß das Uebrige, was wir uns gegenseitig über die natürliche Erkenntniß überreden, Dir gleichgültig sei: überlegte ich es bei mir, wie ich es noch jetzt überlege, daß meine Briese Keinem von Nutzen sein werden, und ich deshalb berathener sei, meine Studien (die ich sonst so lange zu unterbrechen gezwungen werde, smanche Briefe sind von Druckbogenlänge feinsten metaphysischen Jnhalts,j) lieber nicht zu vernachläßigen wegen Dingen, welche keine Frucht erzielen können. Und dies widerspricht nicht meinem ersten Briefe: weil ich Dich damals als einen reinen Philosophen, welcher (wie Wenige, welche sich als Ehristen brüsten, zugeben) kein andres Wahrheitsziel außer der natürlichen Erkenntniß, nicht aber die Theologie, hat. Aber hierüber hast Du mich anders belehrt, und zugleich gezeigt, daß der Grund, auf welchem unsre Freundschaft zu erbauen der Wille war, nicht, wie ich meinte, geworden wäre. Was endlich das Uebrige betrifft, so trifft es sich gewöhnlich unter dem Disputiren, so daß wir deshalb nicht