Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 274)
- Language
- German
- Belongs to
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256 die Grenzen der Humanität überschreiten wollen, weshalb ich Aehnliches in Deinem zweiten und gegenwärtigen Briefe, aks nicht gesehen übergehen-wjll. Dies sei genug über Deine namentliche Beleidigung, damit ich zeige, daß ich keine Ursache dazu gegeben habe, noch weniger, daß ich Widerspruch nicht ertragen können Jetzt wende ich mich wieder zur Beantwortung Deiner Einwürfe u. s. w. -(Bald darauf sahen sie sich, und das Verhältniß stellte sich annehmlicher). So folge hier nur noch zum Schlüsse der schöne Ausspruch Schleiermachers: „Opfert mit mir ehrerbietig eine Locke den Manen des heiligen, verstoßenen Spinoza! Ihn durchdrang der hohe Weltgeist, das Unendliche war sein Anfang und Ende, das Universum seine einzige und ewige Liebe; in heiliger Unschuld und tiefer Demuth spiegelte er sich in der ewigen Welt und sah zu, wie auch Er ihr liebenswürdigster Spiegel war; voller Religion war Er und voll heiligen Geistes; und darum steht Er auch da allein und unerreicht, Meister in seiner Kunst, aber erhaben über die profane Zunft, ohne Jünger und ohne Bürgerrecht?" — Wir enden mit dem Urtheil Schellings: „Die letzten Anklänge alter, ächter Philosophie wurden durch Spinoza vernommen: ich meine, daß er die Philosophie zu ihren einzigen Gegenständen zurückgeführt, obgleich er, einem herrschenden System gegenüber, nicht vermied, den Schein und die grellere Farbe eines nur andern Dogmatismus anzunehmen." In der Gräflich Wallenrod'schen Bibliothek zu Königsberg befindet sich ein Exemplar von Spinoza's „Tractatus theologico-politicüs“, welches er einem gewissen-S. Klesmann