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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 271

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 271)
Language
German
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253 werden muß, sondern auch über diese ersten Grundsätze selbst: so daß ich kaum glaube, wir werden uns durch Briefe gegenseitig unterweisen können. Denn ich sehe, daß keine, wenn auch nach den Gesetzen der Beweisführung ficherste Beweisführung bei Dir etwas geltet, wenn sie nicht mit der Deutung übereinstimmt, welche Du selbst, oder andre Theologen, die Dir nicht unbekannt sind, der heil. Schrift geben. Denn wenn Du meinst, daß Gott durch die heil. Schrift deutlicher und wirksamer spricht, als durch das Licht der natürlichen Erkenntniß, welches er uns auch bewilligt und immerfort durch seine göttliche Weisheit fest und unverdorben erhält, so hast Du starke Gründe dafür, daß Du Deine Erkenntnißkrast zu den Meinungen, welche Du der heil. Schrift beilegst, neigest; ja ich selbst könnte nicht anders thun. Was mich aber anbetrifft, weil ich bekenne vollständig und ohne Umschweife, daß ich die heil. Schrift nicht verstehe, obgleich ich nicht wenige Jahre auf sie verwandt habe, und weil ich mir bewußt bin, daß ich, wenn ich einmal eine sichere Beweisführung erlangt habe, nicht auf solche Gedanken fallen kann, daß ich jemals sie bezweifeln kann: so beruhige ich mich bei dem, was mir die Erkenntnißkrast zeigt, ohne einen Verdacht, daß ich in dieser Sache getäuscht bin, und daß die heil. Schrift, obgleich ich sie nicht untersuche, ihm widersprechen könne-, weil Wahrheit mit Wahrheit nicht streitet, wie ich es schon früher in meinem Anhang (Cogit. Metapk.) deutlich angezeigt habe; und wenn ich die Frucht, welche ich aus der natürlichen Erkenntniß zog, nur einmal als falsch erkennen würde, so würde mich dies glücklich machen, weil ich genieße, und das" Leben nicht in Trauer und Seufzen, sondern in Ruhe, Freude und Heiterkeit zu verbringen strebe, und so also von hier eine Stufe ersteige. Ich erkenne unterdeß, daß (was mir die höchste Befriedigung und Geistesruhe gewährt,) Alles durch die Macht des vollkommensten Wesens und dessen unveränderlichen Rathschluß wird.

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