Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 270)
- Language
- German
- Belongs to
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252 wäre, über Deinen Brief urtheilen sollte, so müßte ich Vielem beistimmen, wie ich es auch thue, und Deine Vorstellungen als subtil aufnehmen: die zweite Regel aber zwingt mich weiter von Dir in der Meinung abzustehen, u. s. w. Dortrecht, 16. Jan. 1665. [<£x versucht nun Spinoza's Antwort nach seinen beiden Regeln zu prüfen. — Spinoza hatte sich also getäuscht. Blyenbergh hatte das Schicksal, welches gewöhnlich diejenigen trifft, die nicht wissenschaftlich von Jugend auf und bloß in der Wissenschaft erzogen wurden, sondern aus erweckter Neigung mitten in ihrer fremdartigen Laufbahn der Philosophie zu huldigen versuchen: sie verstehen es nicht, auf einem einfachen Wege ihr Streben zu fördern, sondern von verschiedenartigen Richtungen ergriffen, gehen sie entweder in diesem Strudel unter, oder verfolgen bequem nur , die eine, so lange die andre nicht widerstreitet, verlassen aber jene willig, sobald diese wo anders ihnen hinauszulaufen scheint, und verstehen es so nicht, die rechte Einigung beider zu Stande zu bringen'. Denn wenn auch des Kaufmanns Blyenbergh Wollen ein recht biedres und achtenswerthes war, so wird doch Niemand seine Meinung so hoch steigern, daß er an die Versuche der Philosophie dabei denkt, Offenbarung und Philosophie zu vereinen, und eine ,,Religionsphilosophie" aufzustellen. Jener Zeit und einem Manne, wie Blyenbergh, war dies fremd. Doch wir wollen Spinoza antworten hören:] XI. (34.) Antwort von Spinoza. Als ich Deinen ersten Brief gelesen, stand ich in der Meinung, daß unsre Ansichten ungefähr sich vereinigten, aber aus dem zweiten sehe ich wohl ein, daß es sich ganz anders verhält, und ich erkenne, daß wir nicht allein anders denken über das, was weiter aus den ersten Grundsätzen hergeleitet