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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 268

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 268)
Language
German
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250 gegenseitige, auf die Erkenntniß der Wahrheit gegründete Liebe auflöse, als daß sie die einmal erfaßte Wahrheit verlassen. Diese ist überdies die höchste und angenehmste, welche es in Dingen, die nicht in unserm Belieben stehen, geben kann, da keine Sache, außer der Wahrheit, verschiedenartige Gefühle und Geister innig zu vereinen vermag. Ich schweige von dem großen Nutzen, der hieraus fließt, damit ich Dich mit Dingen, welche Du ohne Zweifel selbst kennst, nicht länger hinhalte, was ich dennoch bis hieher gethan habe, damit ich um desto besser zeige, wie angenehm es mir jetzt ist und in Zukunft sein wird, eine Gelegenheit zu erlangen, Dir einen Dienst zn leisten u. s. w. lEr beantwortet nun die vorgelegten Fragen. — Wir sehen, wie Spinoza freundlich dem Entgegenkommenden seine Freundschaft und Belehrung nicht versagt, in der Hoffnung, daß es nur gelte, aus gleichem Wege sich und einen Wahrheitsfreund weiter zu fördern. Aber es zeigte sich bald, daß es nicht derselbe Weg sei, den Blyenbergh und er selbst gingen, denn das zweite Schreiben des erstern sängt folgendermaßen att:] X. (33.) Wilhelm von Blyenbergh an Spinoza. Als mir dein Schreiben übergeben wurde, und ich dasselbe zuerst flüchtig durchlief, war mein Wille, nicht allein sogleich zu antworten, sondern auch Vieles zu widerlegen. Je mehr ich aber den Inhalt überlas und überdachte, desto geringer fand ich den Stoff zu Einwänden , und so große Begierde mich ergriffen hatte zu lesen, so großes Vergnügen zog ich auch aus dem Lesen desselben. Bevor ich jedoch zur Bitte komme, daß Du mir einige Schwierigkeiten (im Briese) lösest, mußt Du vor Allem wissen, daß ich zwei Hauptregeln habe, nach welchen ich immer zu Philosophiren mich bemühe. Die

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