Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 267)
- Language
- German
- Belongs to
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249 sich ergötzt; und der die ganze Lust des Lebens darin setzt, daß er seine Mußestunden mit diesen verbringt. Aber Niemand ist so glücklich und wendet so viel Studium darauf, als, wie ich mich überzeugt halte, Du daraus verwendet hast, und deshalb ist Niemand zu solcher Vollendung gekommen, als ich aus Deinem Werke sehe, daß Du schon gekommen bist. Kurz, Schreiber ist es, den Du als Freund kennen lernen könntest, wenn es Dir gefiele, ihn so sehr an Dich zu fesseln, daß Du ihm seine gleichsam hängenden Gedanken eröffnetest u. s. w. (Er bittet- Spinoza darauf, ihm zu erlauben, dann und wann einige Schwierigkeiten, die ihm in der Eartesischen Demonstration aufgestoßen, zur Beantwortung vorzulegen, und thut dies sogleich über die Identität des Schaffens und Erhaltens u. s. w.) Dortrecht, 12. Dezember 1664. IX. (32.) Antwort von Spinoza. Deinen Brief habe ich zu Schiedam erkalten und daraus deine ausgedehnte Liebe zur Wahrheit ersehen, und daß diese allein das Ziel aller Deiner Bestrebungen sei: welcher Umstand mich, der ich auch aus nichts Anderes meinen Geist richte, zu beschließen zwang, nicht allein Deiner Forderung, auf Deine jetzt übersandten und in Zukunft zu übersendenden Fragen nach Kräften zu antworten, zu genügen, sondern auHr von meiner Seite Alles beizutragen , was zu einer nähern Bekanntschaft und aufrichtigen Freundschaft dienen kann. Denn was mich betrifft: so halte ich von allen Dingen, welche nicht in meiner Macht stehen, nichts höher, als mit Männern, welche die Wahrheit aufrichtig lieben, einen Freundschaftsbund einzugehenweil ich glaube, daß wir in der Welt überhaupt Nichts, was in unserer Macht nicht steht, ruhiger lieben können, als Menschen der Art; indem es eben so unmöglich ist, daß sich ihre