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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 266

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 266)
Language
German
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248 VIII. (31.) Wilhelm v. Blyenbergh *) an Spinoza. Schon oft habe ich Deine jüngst erschienene Abhandlung (die Cart. Demonstration) mit dem Anhang aufmerksam durchlesen. Es wird sich wohl mehr für mich ziemen, daß ich Anderen, als daß ich Dir die tüchtige Gründlichkeit, welche ich in ihr fand, und das große Vergnügen, welches sie in mir bewirkte, schildere: nicht aber kann ich das verschweigen, daß je häufiger ich sie durchgehe, desto mehr sie mir gefällt, und daß ich immer etwas bemerke, was ich vorher nicht bemerkt hatte. Aber (damit ich in diesem Briese nicht als Schmeichler erscheine,) ich will den Verfasser derselben nicht zu sehr bewundern. Ich weiß, daß die Götter Alles für Schmerzen und Mühen verkaufen**). Aber wahrlich! damit ich Dich nur nicht zu lange in der Bewunderung lasse, wer das sei, und wie es geschehe, daß ein Unbekannter sich einer solchen Sprechweise gegen Dich bedient, will ich Dir sagen: daß es ein solcher ist, der, von der Lust nach reiner und aufrichtiger Wahrheit angetrieben, sich abmüht, in diesem kurzen und gebrechlichen Leben festen Fuß, so weit es unser menschlicher Geist gestattet, in der Wissenschaft zu fassen; der kein andres Ziel bei Erforschung der Wahrheit sich gesetzt hat, als die Wahrheit selbst; der durch die Wissenschaft weder Ehre, noch Reichthum, sondern die lautere Wahrheit und Ruhe,, als Wirkung der Wahrheit zu erlangen strebt; der von allen Wahrheiten und Wissenschaften an keiner mehr alsan Metaphysischen, wenn auch nur an einem Theile derselben- *) Ein Kaufmann in Dortrecht. Spinoza hatte ihn bis zum Empfang dieses Briefes gar nicht gekannt, weßhalb sich Bl. auch der Ueberschrist bedient: Mi Domine et Amice ignote. A. d. U. **) Eine moralische Vorstellung der Alten, man erinnere sich an den Ring des Polykrates. A d. U.

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