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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 258

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 258)
Language
German
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2M wegten: er war der Seitfremd geblieben sein Leben lang : irr seiner Einsamkeit hatte er also Nichts zu bereuen , aber auch Nichts zu bedauern, was er verloren hätte — aber wie deo Trieb zum Forschen nie von ihm gewichen, so war auch lebendiger in ihm geworden der Trieb zum Schaffen, in welches ja körperlich und geistig ein ewiges Naturgesetz das eigentliche Leben hineingesetzt. Aber es war lediglich kein Schaffen, gegründet auf das Bedürfniß, vor die Welt zu treten mit seinen Werken, sondern nur für sich hin, wie es den ergriffnen Geist drängt, das ungestüme Wogen des Denkens für sich durch das lebendige Wort zur Klarheit, Vollendung und also zum Frieden zu zwingen. Aber auch die Hoffnung, daß sein Thun und Treiben nicht ganz verloren sei im Meere des menschengeschlechtlichen Lebens, sondern für ferne Zeiten bewahrt, die im löblichsten Eifer, früherer Zeiten vollendete Schöpfungen zu begreifen und für sich zu einer wirksamen Gegenwart zu machen, streben werden, mag ihn bisweilen begrüßt haben, daß er geordnet, was aus dem Schiffbruche seines Lebens gerettet werden könnte, und in sichere Hände es überliefern ließ. — Und wie besser könnten wir nun von dieser freilich unvollkommnen, aber wohlgemeinten Charakteristik Spinoza's als Menschen scheiden, als daß wir uns zuvörderst noch das Biltz jener jugendlichen Zeit des Menschengeschlechtes vor die Seele rufen, in welcher die Weltweisheit ihre ersten Operationen in den noch frischen Köpfen der Hellenen vollbrachte — wie düster erscheint uns dann die Hülle, in die sich das Leben und Denken der neueren Philosophen geschlungen. Auf den heiteren Märkten der redeliebenden Athener, in den lieblichen Gängen der Gärten des Akademos, in den prächtigen Hallen des Lyceums, vor den freundlichen Thoren Thebens, in den üppigen Gärten Epikur-s: an solchen Orten weilten die griechischen

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