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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 250

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 250)
Language
German
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232 Sind wir jedoch mit dieser allgemeinen Ansicht her Sache noch nicht zufrieden, sondern gehen nun specieller in die Verhältnisse ein, so drängt sich uns die Ueberzeugung auf, daß diese vollkommene Trennung von seinen Stamm-- und bisherigen Glaubensgenossen, und der in deren Gefolge herbeigeführte Bruch mit seiner Familie nicht von Spinoza selbst allein ausgegangen. Denn da er später keine Motive in sich fand , Wm Christenthume sich zu wenden, hatte er auch keine materiellen Bewegungsgründe, alle Verbindung mit den genannten abzubrechen, da er sich mit der Entfernung von den ceremoniellen Sitten und Nichtbeachtung aller nicht bloß ethischen Gesetze begnügen konnte. Wir würden darin keine Festigkeit des Charakters, sondern einen unerklärlichen Starrsinn finden, der mit den übrigen humanen Seiten Spinoza's nicht in Einklang stände. Sondern vielmehr die Glaubensgenossen selbst müssen es gewesen sein, die, nachdem er sich ihnen entzogen, den Bruch unheilbar machten, das Band völlig zerrissen, und ihn hinaus aus allen bisherigen Marken seines Lebens in eine Verlassenheit drängten, in der nur sein sich selbst genügendes Gemüth, sein sich selbst genügender Geist nicht verlassen war. — Eifersüchtig in einem Grade, von dem wir uns jetzt nach so großem Wechsel der Verhältnisse, schwer einen Begriff machen können, wachte die jüdische Geistlichkeit mit Argusaugen über ihre Gemeinden. Und diese Hüter und Wächter hatten noch tüchtige Stecken für die Heerde: noch hatten sie Macht genug in Händen, Vielem vorzubeugen, Vieles durch Drohung und Strafe zu Verändern und in sein altes Gleis zurückzuleiten. Um wie Diel mehr stand es ihr zu. aufmerksam die Schritte ihrer unmittelbaren Jünger zu bewachen, der Schüler der Rabbinerschulen, derer, die zu künftigen Säulen der Synagoge heranalso d'e Liebe zu Gott die höchste Glückseligkeit und das letzte Ziel des Menschen, und der Zweck aller menschlichen Handlungen ist n. s, Und wer solches sprach, den nannte man einen Atheisten?!

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