Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Ihnen der Jahrgehalt ausgezahlt werden, welchen die ordentlichen Professoren jetzt erhalten. Nicht anderwärts würden Sie einen großen Geistern, unter welche er Sie zählt, günstigeren Fürsten finden. Sie sollen die weiteste Freiheit zu Philosophien haben, deren Mißbrauch zur Beunruhigung der öffentlich festgestellten Religion er Sie nicht fähig glaubt. Ich konnte dem weisen Befehle des Fürsten zu gehorchen, nicht unterlassen. Deshalb bitte ich Sie recht inständig, sobald als möglich, mir zu antworten und Ihre Antwort dem Residenten des Durchlauchtigsten Pfalzgrafen zu Haag, dem Dr. Grotius oder Herrn Gilles van der Heck zu übergeben, um sie mir mit den Hofdepeschen zukommen zu lassen, oder Sich einer andern passenden Gelegenheit zn bedienen. Dies Eine füge ich hinzu, daß Sie, wenn Sie hierher kommen, ein Leben, eines Philosophen würdig, mit Vergnügen verbringen würden, wenn nicht wider unsere Hoffnung und Meinung Alles anders geschehen wird u. s. w. Heidelberg, den 16. Februar 1673. Antwort Spinoza's. Wenn ich jemals gewünscht hätte, die Professur irgend einer Fakultät zu übernehmen, so würde ich allein die gewünscht haben können, welche mir von Sr. Durchlaucht dem Pfalzgrafen durch Sie angeboten wird, besonders wegen der Freiheit des Philosophirens, welche der gnädigste Fürst zu bewilligen mich würdigt: nicht zu erwähnen, daß ich so lange schon unter der Herrschaft eines Fürsten, dessen Weisheit Alle bewundern, zu leben gewünscht habe. Aber weil ich niemals die Gesinnung hegte, öffentlich zu lehren, so kann ich mich nicht dahin überreden, daß ich diese vortreffliche Gelegenheit ergreife, obgleich ich die Sache lange mit mir überlegt habe. Denn ich denke zuerst, daß ich von der Bearbeitung der Philosophie abgehalten würde, wenn ich mich dem Unterrichte