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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 235

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 235)
Language
German
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217 Spinoza die Pension von sich ab, indem er dem König kein Buch widmen wollte. Dennoch blieb seine Reise von einer andern Seite nicht ganz ohne Folgen. Man wiegelte nämlich den Pöbel im Haag auf, Spinoza, der so schon als Freund der Will bekannt war, sei ein Spion in französischem Solde, und seine Reise habe politische Absichten gehabt. Spinozas Wirth hegte die Furcht, der Pöbel würde sich wirklich gegen sein Haus richten, um Spinoza zu ermorden. Spinoza tröstete ihn: „Fürchtet nichts, sagte er zu ihm, es ist mir leicht, „mich zu rechtfertigen: viele Männer auch aus den General- „Staaten kennen die Beweggründe meiner Reise wohl. Aber „was auch geschehe, sobald der Pöbel das mindeste Geräusch „an Eurer Thüre machen wird, werde ich hinausgehn und „gerade auf sie los; wenn sie auch mit mir verfahren sollten, „wie mit den armen Herrn v. Witt: ich bin ein guter Republikaner und habe niemals andern Sinn gehabt, als den „Ruhm und Vortheil des Staats." — Im Anfang desselben Jahres 1673 ließ ihm der Psalzgraf Carl Ludwig eine Professur in Heidelberg anbieten durch den Professor der Theologie und Geheimen-Rath Joh. Ludwig Fabritius. Aber wie häufig gute Entschlüsse der Fürsten durch die schlechte Wendung der Mittelspersonen hintertrieben werden, so geschah es auch hier. Wir theilen, um dem Leser das ganze Verhältniß anschaulich zu machen, die Übersetzung der beiden Briefe hier mit, welche darüber gewechselt wurden. Schreiben des Fabritius. Seine Durchlaucht der Psalzgraf, mein gnädigster Herr, hat mir den Auftrag gegeben, an Sie, welche mir zwar bis jetzt unbekannt waren, Sr. Durchlaucht dem Fürsten aber sehr empfohlen wurden, zu schreiben und bei Ihnen anzufragen, ob Sie an seiner berühmten Akademie eine ordentliche Professur der Philosophie anzunehmen gesonnen seien. Es soll

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