Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 234)
- Language
- German
- Belongs to
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216 Als er daher im Juli 1675 eine andere Abhandlung (wahrscheinlich die Ethik) erscheinen lassen wollte, suchten es die Theologen zu hintertreiben, indem sie ihn bei den Behörden anklagten: er wolle darin beweisen, daß es keinen Gott gebe. Dadurch wurde er bewogen, die Herausgabe aufzuschieben, bis sich die Sache entwickelt hätte (Brief 19), worüber er denn wegstarb. Durch die Herausgabe dieser beiden Schriften hatte er sich einen ausgezeichneten Ruf erworben. Schon im Jahre 1671 stand er mit Leibnitz in Briefwechsel, aus welchem nur zwei Schreiben, das eine von Leibnitz vom 5. October aus Frankfurt datirt, das andere von Spinoza als Antwort, über optische Gegenstände, sich erhalten haben. — Im Jahre 1673 commandirte ein gewisser Stoupe, Oberst eines Schweizerregiments in französischen Diensten, in Utrecht, welche Stadt während des damaligen Krieges in die Hände des Königs von Frankreich gefallen war. Dieser Oberst, ftüher Gesandter von Savoyen in London bei Eromwel, ließ jetzt in Utrecht ein Buch, betitelt: „die Religion der Holländer," erscheinen, in welchem er auch Spinozas theologisch-politische Abhandlung hart angreift. Demungeachtet knüpfte er einen Briefwechsel mit Spinoza an, der ihm auch auf mehrere Schreiben anwortete. Stoupe lud ihn dringend nach Utrecht ein, um ihn dem Prinzen Conde vorzustellen, der den Spinoza überreden wollte, dem Könige von Frankreich, Ludwig dem XIV., ein Buch zu dediciren, wodurch dieser bewogen würde, ihm, wie anderen ausländischen Gelehrten, eine Pension zu geben. Spinoza empfing diese Depesche und einen Paß, und reiste bald darauf wirklich ab. Halma erzählt nun, daß Spinoza wirklich mehrere Tage Unterhaltung mit dem Prinzen Eonde pflog, aber wir können dem van der Spyck wohl mehr trauen, welchem Spinoza nach seiner Rückkehr versicherte, daß er den Prinzen Conds nicht habe sprechen können, weil dieser mehrere Tage vor seiner Ankunft von Utrecht abgereist war; auch wies