Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 233)
- Language
- German
- Belongs to
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215 nicht für gut fand, dictirt hatte, durch einen Freund veröffentlicht habe, welcher, sie bevorredend, darin erklären mußte, daß nicht Alles, was in diesem Buche enthalten wäre, seineeigene Meinung, die oft gerade auf's Entgegengesetzte ausliese, sei; es ist dies : Renati des Cartes principiorum philosophiae p. I & II more geometrico demonstratae per B. de S. Amstel. apud Jo. Riewerts 1663. Er fügte, in Hinsicht seiner eigenen Ideen die Cogitata Metaphyfica hinzu. Der herausgebende Freund ist der Arzt Ludwig Meyer aus Amsterdam. Schon dieses Buch, besonders der Anhang, machte ihm die Stockcartesianer, zu denen namentlich die Theologen gehörten, zu Feinden, die nicht wenig auf Beunruhigung seines Lebens dachten. Im Jahre 1670 erschien der theologisch-politische Traktat, welcher den damaligen Theologen als eine wahre Ausgeburt der Hölle erschien, in unsern Tagen aber wenig auffallen würde, da er darin, wie man damals ausschrie, weder Gottesleugnerisch, noch gegen die Bibel auftritt, sondern nur seine Anficht von der Offenbarung entwickelnd zu jenen Untersuchungen über die gegenwärtige Beschaffenheit der biblischen Schriften den Grund legte, welche in neuerer Zeit so weit gefördert find.*) *) Die Kritik der biblischen Schriften, wie sie Spinoza begründete, war Seitens dieses freilich! ein großartiger, kühner Schritt — aber an sich doch nur die Eröffnung des irrthümlichen Weges, auf welchem die unleugbare Einheit der Idee und des Wesens in der mosaischen Schrift um kleiner, unwichtiger chronologischer und genealogischer Widersprüche und anderer, zum Theil zufälliger Äußerlichkeiten willen verkannt und hintenangesetzt wird. Allerdings mußte eine solche Kritik erstehen und durchgearbeitet werden, und auch einige bleibende Resultate erringen — dann aber, weil in's Extrem verfallend, auf ihren wahren Werth zurückgeführt werden, nnd der höhern Kritik, die in der Idee und dem Wesen der Schrift beruht, Platz machen. Gerade dies herbeizuführen, war das Ziel, das wir in unserm großen Bibelwerke in den Einleitungen zu den verschiedenen Büchern der heil. Schrift verfolgten. (Anmerkung zu dieser zweiten Ausgabe.)