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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 230

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 230)
Language
German
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212 an Leibnitz hervorleuchten, worauf wir hiermit aufmerksam wachen. — Seine Uneigennützigkeit wird nicht allein bewiesen, wenn man seinen Freunden nacherzählt, daß sie ihm oft ihre Börse zum Gebrauche angeboten, er aber sie zurückwies, sondern auch durch folgende Thatsachen: Ein vertrauter, ihm sehr anhänglicher Freund, Simon von Uries aus Amsterdam (siehe Brief 26. 27. 28.) wollte ihm eines Tages ein Geschenk von 2000 Fl. machen, damit Spinoza im Stande sei, besser zu leben, aber dieser wies die Summe in Gegenwart seines Wirths ab mit der Entschuldigung: daß er nichts bedürfe, und daß ihn ein solch vieles Geld unfehlbar von seinen Studien und Beschäftigungen abführen würde. — Derselbe Simon von Uries, kinderlos, wollte ihn in seinem Testamente zu seinem Erben einsetzen, aber Spinoza nahm dies nicht an, sondern zeigte ihm seine Pflicht, seinen zu Schiedam wohnenden Bruder hierzu zu machen. Simon leistete ihm Folge, doch nur unter der Bedingung, daß sein Bruder dem Spinoza eine lebenslängliche Pension gäbe, was treulich ausgeführt wurde. Als jedoch dieser Bruder ihm eine Pension von 500 Fl. jährlich aussetzte, nahm Spinoza nur 300 an, weil jene ihm zu beträchtlich dünkte. Derselbe Bruder ließ nach dem Tode Spinozas den Wirth desselben, van der Spyck, fragen: ob ihm Spinoza gerade noch etwas schuldig wäre? und bezahlte dies und die Beerdigungskosten, welche jener getragen, wie es Coller aus einem Briefe des Buchdruckers Joh. Reuwertz vom 6. März 1678, der dieses für van Uries besorgte, ersah. — Der berühmte van Witt hatte ihm eine Pension von 200 Fl. zugesichert. Nach dem schmählichen Tode desselben*) wies Spinoza seinen Erben den Schein vor. Aber da sie Schwierigkeiten machten, sie ihm ferner auszuzahlen, so legte Spinoza ruhig *) Im Jahre 1672 wurde er nebst seinem Bruder vom Pöbel eher zerrissen als ermordet.

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