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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 227

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 227)
Language
German
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209 Hiermit jedoch soll, wie Boullainvilliers mit der geschwätzigsten Breite erzählt, worüber aber Coller schweigt, der Rabbiner Morteira nicht zusrieden gewesen sein, sondern auch von dem Magistrate der Stadt gefordert haben, daß Spinoza aus Amsterdam verbannt werde, worin dieser, aber nur auf wenige Monate, gewilligt habe. Diese „wenigen Monate" scheinen uns notgedrungen von Boullainvilliers zugegeben worden zu sein, weil wir nämlich aus einem Briese Spinozas ersehen, daß er schon nach einigen Monaten wieder nach Amsterdam auf eine Woche reiste, was er später öfters wiederholte. (4. Bries.) Denn uns scheinen Motive genug übrig, weshalb Spinoza seine Vaterstadt verlassen konnte, ohne dazu obrigkeitlich gezwungen zu sein. Ungern konnte er in einer Stadt, in der ihm gehässige Verwandte, noch gehässigere Glaubensgenossen, die ihn mit Bann und Dolch verfolgten, wohnten, verweilen. Seine Entfernung fällt in's Jahr 1660, nach zurückgelegtem 27. Lebensjahre. Wo er sich seitdem aufgehalten, wollen wir hier gleich kurz zusammenstellen. Seine bisherigen Biographen haben hierin viele Irrthümer begangen. Ich lege Umstände und Signatur aus seinen und seiner Freunde Briefen sorgfältig zu Grunde. — Von Amsterdam begab er sich zu einem Freunde, der aus dem Wege zwischen dieser Stadt und Auwerkerke wohnte. Doch war hier sein Aufenthalt kurz, denn schon mehrere Monate vor dem August 1661 hielt er sich in Rynsburg bei Leyden auf (Brief 1.). Von hier aus machte er öfters Reisen nach seiner Vaterstadt (Brief 4. 9.), verweilte auch eine Zeit lang im Haag (Brief 26.); seine Besitzthümer an Möbeln u. s. w. brachte er erst April 1663 nach Rynsburg und wurde daselbst von seinen Freunden häufig besucht (Brief 9.) Dennoch lebte er nunmehr nur noch bis Ende des Winters 1663—64 daselbst (Brief 30.), und begab sich von hier nach Voorburg bei dem Haag (Brief 30.), wo ihn noch Briefe den 5. September 1669 treffen (Brief 30., 39., 40., 42., 44., 45., 46.). Im Jahre 1670 zog er in ii. 14

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